Wie vor 50 Jahren: Widmer peilt Podest an
von Jörg Greb
Noch immer sind sie wach, die Erinnerungen an den 31. Juli 1970. Jakob Widmer, damals Oberstufenschüler in Eschenbach, hatte sich von seinem Lehrer zum Start am «neuen Lauf» motivieren lassen. Ein Erfolgserlebnis mit weitreichenden Folgen resultierte. «Vor dem Ziel überspurtete ich meinen letzten direkten Konkurrenten und wurde Dritter», erinnert sich der inzwischen 63-Jährige.
Und es blieb nicht bei diesem einen Mal. Im Folgejahr reichte es Widmer gar zum Sieg bei den Junioren – gegen bis zu drei Jahre ältere Widersacher. Nach dem Rennen kam Karl Eicher vom jungen SC Diemberg auf ihn zu und motivierte ihn dazu, dem Verein beizutreten. Diesem gehört Widmer seither an, und nach wie vor zählt er zu den Erfolgsgaranten – nun in der Kategorie M60. «Ich bestreite im Jahr rund 25 Rennen und schaffe es praktisch immer aufs Podest», sagt er. Den Serien um den Züri-Lauf-Cup sowie die Swiss-Master-Runs schenkt er die Hauptaufmerksamkeit.
Auch der Running Day Eschenbach gehört zu den Fixpunkten im Jahresprogramm. Obwohl Jakob Widmer sieben Jahre dem OK angehörte und er regelmässig als Helfer mittat, hat seine Konzentration immer auch dem Lauf selber gegolten. «Ich will mich nach wie vor über meine Leistungen freuen können», betont er. Und in diesem Jahr scheint die Aussicht zum Schliessen eines Kreises gegeben: «Es wäre toll, wenn ich wie vor 50 Jahren wieder vom Podest lachen könnte.»
Hektik bei der Premiere
Bereit für eine entsprechende Leistung fühlt sich Widmer. Nach wie vor läuft er vier Mal pro Woche, am Donnerstag jeweils im Rahmen des Klubtrainings des SC Diemberg. Nach 20 Jahren weitergegeben hat der Werkzeugmacher nun die Leitung der Jugendgruppe im Verein. Die Erinnerungen und die Verbundenheit mit dem Lauf und dem Verein ist damit nicht verloren gegangen: «Die Jugendgruppe zu leiten, bedeutete mir immer enorm viel und hat mich jung gehalten.» Nicht zuletzt hat sich dadurch ein reger Kontakt zu den aktuell stärksten Vereinsmitgliedern ergeben.