Wer folgt auf Luca Tavasci?
Zum sechsten Mal wird an der Bündner Sportnacht auch der Behindertensportler des Jahres ausgezeichnet. Die Skirennfahrerin Bigna Schmidt war 2014 die erste Siegerin. Ihr folgten Rollstuhl-Rugby-Nationalspieler Jeremy Jenal, Madlaina Gaudenz (Schwimmen/Langlauf), Pistolenschütze Paul Schnider und vor zwölf Monaten Luca Tavasci (Langlauf). Philipp Ruckstuhl, Geschäftsführer von Procap Grischun, freut sich, auch in diesem Jahr wieder dabei sein zu dürfen. Als grösste Behindertenorganisation mit rund 3000 Mitgliedern ist dieser Event für Procap Grischun wichtig. Der Behindertensportpreis wird erneut von einer Fachjury vergeben. Dieser gehören Nationalrat Martin Candinas, Ex-Skirennfahrer Silvano Beltrametti, Snowboard-Olympiasieger Nevin Galmarini, die ehemalige Plusport-Funktionärin Luana Bergamin und Procap-Grischun-Präsident Reto Crameri an. Das Gremium wird entscheiden, welcher der drei Kandidaten als Bündner Behindertensportler des Jahres ausgezeichnet wird. Die drei Nominierten im Kurzporträt.
Die Vielseitige
Reto «Rey» Keller aus Valendas, der sich schon als Kind dem Skifahren, Langlaufen, Bergsteigen und Kanufahren widmete, kehrte 2006 in die Schweiz zurück, nachdem er 1988 nach Kanada ausgewandert war. Einiges hatte sich für den am 20. Juni 64 Jahre alt werdenden Keller verändert. Nachdem er sich 1986 eine Knie- und Venenverletzung zugezogen hatte, lebte er während 15 Jahren mit künstlichen Venen. 2003 folgte die Amputation des linken Oberschenkels. Das hinderte Keller aber nicht daran, grosse sportliche Leistungen zu erbringen wie nur ein Jahr nach der Amputation das Erklettern des Ha Ling Peak in Kanada.
Heute ist Keller Organisationsberater, Coach und Bergführer, führt Sommer- und Wintertouren durch. 2018 bestritt er die Para Swiss Alps Traverse. In zehn Tagen legte er mit der Oberschenkelprothese 368 Kilometer mit 12 980 Höhenmetern zu Fuss, mit dem Velo und dem Kanu von Brissago bis an den Bodensee zurück. Sportlich hat Keller noch viel vor. Sein grösstes Ziel ist es jedoch, «gemeinsam mit gleichgesinnten Körperbehinderten am Berg unterwegs zu sein und Erlebnis und Freude zu teilen».