Wahl zwischen München und Köln für Olympia-Kandidatur
Deutschland und Olympische Spiele – das ist eine Geschichte mit Hindernissen. Am Samstag entscheidet sich, ob es mit München oder Köln-Rhein-Ruhr einen neuen Anlauf nimmt.
Mehr als ein halbes Jahrhundert ist es her, seit Deutschland zum dritten und bisher letzten Mal Gastgeber von Olympischen Spielen war. Seither ist eine ganze Reihe von Anläufen gescheitert. Und auch die drei Austragungen standen unter keinem guten Stern.
1936 lag der Schatten der Nazi-Herrschaft über den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen und vor allem den Sommerspielen in Berlin. 1972 in München sorgte der Terroranschlag palästinensischer Extremisten auf das israelische Team im olympischen Dorf für Trauer und Entsetzen. Während alle anderen grossen europäischen Länder wie Frankreich, Grossbritannien, Italien, Spanien oder Russland seither Olympische Spiele ausrichteten, scheiterten alle deutschen Bemühungen bei der Wahl durch das IOC: 2000 Berlin und 2012 Leipzig für Sommer-, 2018 München für Winterspiele.
Zwei Drittel der Bevölkerung dafür
Einige Bewerbungen wurden bereits intern durch Referenden gestoppt, wie diesmal zum wiederholten Mal Hamburg. In Berlin gewann am vergangenen Sonntag die Linke die Wahlen. Sie lehnt wie die Grünen eine Olympiakandidatur ab, weshalb die Hauptstadt isch zurückzog. Es bleiben München und Rhein-Ruhr mit Köln als Kernstadt, von denen eine am Samstag von der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) auserkoren wird.
Favorit ist München dank der Bestnote bei der Evaluierung durch den DOSB und der Zustimmung durch die Bevölkerung, aber auch wegen der Erfahrung mit sportlichen Grossereignissen und der Unterstützung durch die CSU-geführte Regierung. Beim Bürgerreferendum im vergangenen Oktober stimmten rund zwei Drittel der Stimmenden für eine Olympia-Bewerbung der bayerischen Landeshauptstadt. Ähnlich hoch war auch die Zustimmung in der Region Rhein-Ruhr. 66 Prozent sprachen sich für eine Bewerbung aus.