Vulkanausbruch legt Flugverkehr in Indonesien lahm
Ein Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau hat den Flugverkehr in Indonesien ins Chaos gestürzt: Zehntausende Menschen sind seit dem Wochenende auf Java und Sumatra gestrandet.
Die beiden internationalen Flughäfen in der Hauptstadt Jakarta, darunter der wichtige Airport Soekarno-Hatta, bleiben wegen der Vulkanasche bis mindestens Montagabend (Ortszeit) geschlossen, wie die Behörden mitteilten. In fünf kleineren Flughäfen des Inselstaates liegt der Luftverkehr ebenfalls seit dem Wochenende lahm.
Mehr als 1.500 Flüge und rund 170.000 Passagiere seien mittlerweile betroffen, berichtete die indonesische Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf Verkehrsminister Dudy Purwagandhi. Zwar blieb der Flughafen der bei Touristen aus aller Welt beliebten indonesischen Insel Bali zunächst geöffnet. Die Megametropole Jakarta aber ist ein wichtiges Drehkreuz in Südostasien.
«Die Sicherheit hat für uns Priorität», betonte Purwagandhi. Die wechselnden Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen machten es schwierig vorherzusagen, wie lange die Vulkanasche den Flugverkehr behindern werde.
Lautestes jemals aufgezeichnetes Geräusch
Der Feuerberg, der in der Sundastrasse zwischen den Inseln Java und Sumatra liegt, ist seit Freitag wieder aktiv. Der Name Anak Krakatau bedeutet «Kind des Krakatau». Der Vulkan entstand nach der gewaltigen Eruption des Krakatau von 1883 aus dessen Caldera – also der grossen kesselförmigen Vertiefung, die beim Einsturz des Vulkans entstand. 1929 ragte der neue Vulkan erstmals über die Meeresoberfläche.
Der Ausbruch von 1883 zählt zu den verheerendsten Vulkankatastrophen der Neuzeit, mehr als 36.000 Menschen kamen damals ums Leben. Die Explosion war so gewaltig, dass ihr Donner noch Tausende Kilometer entfernt zu hören war. Sie gilt als das lauteste jemals aufgezeichnete Geräusch. Ein grosser Teil der damaligen Vulkaninsel versank im Meer.