Vor dem letzten Sprint im Bünda-Stadion
Im Frühling und Sommer 2019 dachte Laurien van der Graaff monatelang ans Aufhören. Sie entschied sich damals anders – und schrieb Langlauf-Geschichte. Am 28. Februar dieses Jahres gewann die Davoserin gemeinsam mit Nadine Fähndrich an den Weltmeisterschaften im deutschen Oberstdorf Silber im Teamsprint. Nach diesem Triumph fällte van der Graaff im letzten Frühling rasch den Entscheid, «dass ich noch ein Jahr anhänge und dann nach den Olympischen Winterspielen in Peking Ende Saison zurücktrete». Die WM-Medaille habe dabei keinen grossen Einfluss gehabt, erklärt die Sprintspezialistin. «Ich machte den Rücktrittsentscheid weniger von der Leistung als viel mehr von meinem Gefühl abhängig, von der Bereitschaft, das ganze harte Sommertraining noch einmal auf mich zu nehmen. Das stand im Frühling nicht gross in Frage. Folglich begann ich auch rasch, wieder richtig zu trainieren», so van der Graaff. Im Sommertraining wurde die Davoserin dann zwischenzeitlich doch etwas aus der Bahn geworfen. «Plötzlich wollte ich eigentlich lieber daheim bei der Familie sein; ich fühlte mich gar nicht der Langlauf-Welt zugehörig», erzählt van der Graaff. Rückblickend ist sie gar froh um diese Phase. «Denn jetzt weiss ich, dass meine Entscheidung, im Frühling 2022 zurückzutreten, richtig ist.» Die 34-Jährige fand schnell wieder ins Training.
2004 erstmals bei Davos Nordic
Nun ist es also definitiv: Van der Graaff wird am kommenden Wochenende definitiv zum letzten Mal bei Davos Nordic starten. Als 17-Jährige hatte sie 2004 in Davos im Alpencup debütiert. Ab 2008 war die Lokalmatadorin jeweils bei Davos Nordic im Sprint das Schweizer Aushängeschild. 2011 und 2014 stürmte van der Graaff in den Final, wo sie die Plätze 5 beziehungsweise 6 belegte. Vor einem Jahr scheiterte sie im Halbfinal. Da belegte die Davoserin den neunten Schlussrang, während Fähndrich als Vierte das Podest ganz knapp verpasste. Dass sie sich nun in ihrer letzten Saison befindet, erachtet van der Graaff nicht als speziell. «Ich habe Erwartungen und Anforderungen an mich selbst. In den letzten Jahren bin ich gut gefahren, dass ich Wochenende für Wochenende genommen habe.» Natürlich möchte sie sich bei ihrem Heim-Weltcup nochmals von ihrer besten Seite zeigen. Ihr Formaufbau stimmt. Am letzten Freitag schaffte sie in Lillehammer (Norwegen) die Qualifikation für die Viertelfinals und sicherte ihre ersten Weltcuppunkte in dieser Saison.