Verteidiger fordern Freisprüche für FC-Zürich-Fans in Winterthur
Zwei beschuldigte Fans des Fussballclubs Zürich haben am Mittwoch am Bezirksgericht Winterthur nichts zum Angriff auf GC-Fans in Rickenbach gesagt. Ihre Anwälte bestritten, dass die beiden dabei waren und forderten Freisprüche.
Hemd statt Südkurve-Hoodie, Schweigen statt Fangesänge: Die 37 und 28 Jahre alten Stadtzürcher zeigten sich an der Verhandlung am Mittwoch vor dem Bezirksgericht Winterthur zurückhaltend. Die beiden Fans des FCZ sagten gar nichts zu den Vorfällen in Rickenbach.
Sie aber sollen Teil eines Mobs gewesen sein, der am 16. Oktober 2024 Fans der verfeindeten Grasshoppers Zürich angegriffen hatte, um ein Banner zu stehlen. Beim Angriff in einer Turnhalle wurden ein GC-Fan und ein Anwohner, der sich dem fliehenden Mob entgegenstellte, verletzt. Am nächsten Derby wurde in der Zürcher Südkurve ein gestohlenes Banner präsentiert und verbrannt.
Auch dazu sagten die Beschuldigten nichts. Der 28-Jährige betonte einzig, dass er auf einem guten Weg sei: Freude am Job, verlobt, hoffentlich bald Familie. Der 37-Jährige verweigerte selbst jegliche Aussage zu seinen persönlichen Verhältnissen.
Das Schlusswort nutzte er aber dafür, das Verfahren als «politisch» zu bezeichnen. Staatsanwaltschaft und die Sicherheitsdirektion hätten ein Zeichen setzen wollen, sagte er. «Die organisierte Fankultur ringt seit Beginn mit den Behörden, weil sie sich von der bürgerlichen Gesellschaft abgrenzt». Das passe dem Staat nicht.
«Wie ein Tsunami überrollt»
Der Staatsanwalt beschrieb den Vorfall in seinem Plädoyer in dramatischen Worten. «Die Angreifer haben im Schutz der Dunkelheit zugeschlagen und die GC-Fans wie ein Tsunami überrollt», sagte er. Wie Raubtiere seien sie aus dem Nichts auf ihre Beute losgerannt. 50 bis 60 Angreifer sollen es gewesen sein, nur vier identifizierte die Polizei. Das Verfahren gegen einen von ihnen wurde eingestellt.