Versteckte und verspielte Gäste inmitten von Tinguely-Maschinen
Ein Kind auf der Schaukel, ein Gorilla in der Zügelkiste: Die Schweizer Künstlerin Zilla Leutenegger gastiert im Museum Tinguely Basel. 14 Werke nisten sich in den Zwischenräumen der Sammlung ein – und laden zu einer Suche ein.
Manche Installationen sind jedoch unübersehbar: Wer sich zu Jean Tinguelys Mengele-Totentanz begibt, wird dank eines Bewegungsmelders vom Klimpern eines alten Klaviers und farbigen Lichtprojektionen begrüsst. Sie habe das Instrument aus einem «Flügel-Friedhof» gerettet und dazu ein «Stück ohne Melodie» auf sieben Tasten komponiert, sagte Leutenegger am Dienstag bei einem Medienrundgang.
«Ich denke die Geschichten in Räumen», sagte die Künstlerin. Als Gast breite man sich nicht einfach so aus. Daher handelt es sich meist um diskrete und sanfte Interventionen in den Zwischenräumen der Sammlung und des Gebäudes.
Nicht selten sind es bewegte Schattenfiguren, die dort anzutreffen sind. Dazu gehört eine Frau, die ihre Beine hoch über Tinguelys riesigen Maschinen baumeln lässt. Die Katze, die Leutenegger mit im Gepäck hat, wartet beim Treppengeländer, während ihr Hund seelenruhig in einem Korb zwischen den Skulpturen schlummert. Im einen Treppenhaus erklingen zudem Tropfgeräusche, die Besucherinnen und Besucher zu einer Suche nach Keramik-Wasserhähnen animieren.
Das Seufzen der Zilla Gorilla
«Ihre Arbeiten sind grösstenteils ortsspezifisch», sagte Museumsdirektor Roland Wetzel. So befindet sich Leuteneggers Alter Ego «Zilla Gorilla» im Gegensatz zum Bündner Kunstmuseum nicht unter der Treppe, sondern in einer Transportkiste – und seufzt wehmütig, da Umziehen auch mit Abschied und Umgewöhnung verbunden ist.