Verkehrschaos im Klöntal
In einem Memorialsantrag wollten Glarner Umweltgruppen 1992 an der Landsgemeinde das Klöntal mehrere Sonntage im Sommer für den Autoverkehr ganz sperren. Damit scheiterten sie. Jetzt, rund 27 Jahre später, könnte das zwangsläufig Realität werden – fast.
Nur «fast», weil die Strasse für Autos jeweils erst gesperrt wird, wenn es für diese keinen Platz mehr hat. Immerhin «fast», weil das diesen Sommer viel häufiger und schneller der Fall sein dürfte. Denn nun fehlt die Wiese auf dem Land der Gemeinde Glarus, die der Pächter Walter Schnyder bei Grossandrang gegen Entschädigung bisher jeweils zum Abstellen von rund 400 Autos freigegeben hatte.
Damit ist Schluss. Denn dafür will Schnyder das Land nicht mehr zur Verfügung stellen. Einziger Grund dafür sei, dass die überbelastete Wiese mindestens ein Jahr Pause brauche. Danach schaue er weiter.
Situation seit 2013 verfahren
Dass die fehlenden Parkplätze zu Verkehrsproblemen führen könnten, sei ihm bewusst, hielt Schnyder weiter fest. Sie zu lösen, sei aber Aufgabe der Gemeinde.
Das findet man auch beim Kanton. «Die Strasse ins Klöntal bis hinter das ‹Richisau› ist zwar eine Kantonsstrasse», sagt der Vorsteher des Departementes Bau und Umwelt, Kaspar Becker. Dazu gehörten die Parkplätze «oder sonstigen Plätze und Räume im Klöntal» aber nicht. «Wieso die Gemeinde auf die Idee kommt, dass der Kanton dieses Problem lösen muss, entzieht sich beim besten Willen meiner Kenntnis.»
Erklären kann das dem Regierungsrat der Glarner Gemeindepräsident Christian Marti. So habe der Gemeinderat dem Kanton bereits im Rahmen der Richtplanung 2013 vorgeschlagen, mit dem Energiekonzern Axpo als private Eigentümerin des Stausees im Klöntal für dieses zu dritt ein Verkehrskonzept zu erarbeiten. «Im Rahmen dieser Arbeiten wären auch Zufahrtsbeschränkungen an Spitzentagen zu prüfen gewesen.» In Verbindung mit einem «Park and Ride»-Angebot sollte dafür der Betrieb mit Postautos ins Klöntal ausgebaut werden, wie auf einem «Objektblatt» vorgeschlagen wurde.