Velobügel werden für einen guten Zweck versteigert
Vor einem halben Jahr sind in Glarus die ersten Velobügel aufgestellt worden, und seither sind die Metallröhren Gesprächsthema geblieben. Veränderungen im Strassenbild werden ganz offensichtlich nicht gerne gesehen, und so waren die Reaktionen meistens negativ: «So etwas Dummes habe ich noch nie gesehen», war dabei noch eine der freundlicheren.
Die Gemeinde will nun wieder etwas Goodwill in der Bevölkerung schaffen. Schon vor einem Monat ist bekannt gegeben worden, dass etliche der Velobügel wieder abmontiert werden. Nun ist auch klar, was mit ihnen geschehen soll: Sie werden heute den Meistbietenden versteigert. Der Erlös der Auktion geht an den Kanton, der das Geld für den Ausbau der Velowege nutzen kann.
Gemeinde zeigt sich sensibel
Gemeindepräsident Christian Marti erklärt, der Gemeinderat habe «den da und dort vielleicht spürbaren Unmut» der Bevölkerung über die Velobügel sehr deutlich wahrgenommen. «Die Rückmeldungen haben uns stark beschäftigt. Und zwar nicht nur auf politischer Stufe, sondern auch auf operativer», so Marti. Überrascht worden sei der Gemeinderat davon aber nicht. Wenn Veränderungen beim «so sensiblen Verkehrsthema» plötzlich so konkret würden, sei es voraussehbar gewesen, dass sich «ein Auge des Sturms» bilde, «und wir in diesem Auge des Sturms stehen werden». Aber: «Wir haben das ja schliesslich nicht getan, um irgendjemanden wütend zu machen.»
Der Gemeinderat hat sich deshalb gemeinsam mit dem Werber Frank Baumann Gedanken gemacht, wie das zerrüttete Verhältnis zur Bevölkerung wieder gekittet werden kann. Dabei ist die Idee mit der Auktion herausgekommen.
Mehr Sicherheit für Velofahrer
Durch das Abmontieren von einzelnen Velobügeln wird dem ruhenden Fahrradverkehr zwar etwas weggenommen. Dafür soll der rollende etwas bekommen. Da in der Kantonskasse ja bekanntlich seit Jahren tiefrote Ebbe herrscht, kommt der Ausbau des Velowegnetzes von hinten im Kanton in Linthal bis ganz vorne in Niederurnen, respektive Mühlehorn nicht voran. Mit dem Geld aus der Auktion soll dieses Loch gestopft werden.