US-Inflation erhöht Druck auf Fed für Zinserhöhung
Die Inflation in den USA bleibt hartnäckig hoch. Das erhöht den Druck auf die US-Notenbank Fed.
Die Konsumentenpreise stiegen im August gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, nach lediglich 0,1 Prozent im Juli, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im Jahresvergleich verharrte die Teuerung bei 3,4 Prozent.
Auch abseits von Energie und Nahrungsmitteln blieb der Preisdruck hoch. Die sogenannte Kerninflation legte auf Monatssicht um 0,3 Prozent zu, nach 0,2 Prozent im Juli.
An den Finanzmärkten gilt eine Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch inzwischen als sehr wahrscheinlich. Laut dem FedWatch Tool der CME Group wird eine Anhebung um 25 Basispunkte derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 85 Prozent eingepreist. Am Vortag waren es erst gut 72 Prozent und vor einer Woche knapp 60 Prozent.
Auch Ökonomen sehen die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts steigen. LBBW-Ökonom Elmar Völker erklärte, eine Erhöhung sei zwar noch keine ausgemachte Sache. Die Inflationszahlen könnten aber den entscheidenden Ausschlag gegeben haben.
Commerzbank-Ökonom Christoph Balz wird deutlicher. Die Kernrate zeige einen zu hohen unterliegenden Preisdruck. Die Fed müsse nach ihren bisherigen Signalen nun «eigentlich springen». Er erwartet eine Anhebung um 25 Basispunkte.
Auch Thomas Gitzel, Chefökonom der VP, geht davon aus, dass das Fed nun in der kommenden Woche den Leitzins um 25 Basispunkte erhöhen wird. «Die Furcht ist, dass sich die höheren Energiepreise in das breite Preisniveau hineinfressen.» Gerade deshalb dürften die US-Währungshüter wohl handeln. Die Fed wolle sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, nicht rechtzeitig reagiert zu haben.