Unsichere Aussichten für die Wintersaison
Voraussichtlich heute entscheidet der Bundesrat, ob ab Ende August wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen erlaubt sein werden. Glaubt man Recherchen der Zeitung «Blick», wird das Verbot wohl aufgeweicht. Vor allem die bürgerlichen Bundesräte würden sich demnach für eine Öffnung aussprechen. Dies nicht zuletzt wegen der ansonsten düsteren Aussichten für den Schweizer Sport.
Auch HCD-Präsident Gaudenz Domenig meinte kürzlich auf ein Szenario angesprochen, dass eine Verlängerung des Verbotes von Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern bis im März skizzierte: «Ein solcher Entscheid brächte im Eishockey eine ganze Anzahl Klubs in eine Situation, in der sie kurz vor dem Konkurs stünden.» (Ausgabe vom 30. Juli). Auch der HCD würde in diesem Fall «mit lebensbedrohlichen Szenarien konfrontiert». Auch auf die Durchführung des Spengler Cups dürfte der Entscheid grosse Auswirkungen haben.
Auf der Kippe stünden bei einer Verlängerung des Veranstaltungsverbotes wohl alleine in Davos auch der Langlauf-Weltcup Mitte Dezember und der Parallelslalom-Weltcup am Neujahrstag am Bolgen. Und wenn das Verbot gar bis Ende März verlängert würde, so wären auch der Engadin Skimarathon, der Ski-Weltcup auf der Lenzerheide und das Sunice-Festival in St. Moritz (alle im März 2021 geplant) gefährdet.
Graubünden dagegen
Würde der Bundesrat tatsächlich vom Verbot abkommen, täte er dies ohne die Unterstützung der Mehrheit der Kantone, auch wenn einzelne Regierungen – etwa jene des Kantons Zug – sich inzwischen positiv zu einer Lockerung geäussert haben.
Der Bündner Gesundheitsdirektor Peter Peyer erklärte dagegen im Hinblick auf den anstehenden Entscheid des Bundesrates: «Das Gesundheitsamt Graubünden und das Department für Justiz, Sicherheit und Gesundheit hat sich in der Vernehmlassung der Gesundheitsdirektorenkonferenz für eine Beibehaltung der 1000-Personen-Regel bis vorerst Ende Jahr ausgesprochen, mit einer Überprüfung der Situation im November.»
Sollte die 1000-Personen-Regel vom Bundesrat aufgehoben werden, so seien Begleitmassnahmen unumgänglich, so Peyer. So etwa eine Ausweitung der Maskenpflicht. «Werden Masken konsequent getragen, zum Beispiel nicht nur im Stadion, sondern auch im Bus oder Zug und beim Eingang und in der Pause, dann könnten auch grössere Veranstaltungen möglich sein.» Der Kanton warte nun ab, ob der Bundesrat, falls er Grossveranstaltungen wieder zulasse, auch weitere Massnahmen beschliesse, oder ob das in diesem Fall die Kantone machen müssten.