Siegreich vom Schnee in den Sommer
Der Sommer sei ein einziges Auf und Ab gewesen, erklärt die 49-Jährige auf Anfrage. Sie habe nicht immer voll trainieren können, weil gewisse Überbelastungs-Erscheinungen nie ganz ver-schwunden seien. Deshalb habe sie das Lauftraining reduzieren müssen. Die Wende hätten dann Veloferien in der Toscana (I) gebracht: «Das anders geartete Training hat mir sehr gut getan. Danach konnte ich auch meine Laufeinheiten wieder intensivieren.»
Sich bewegen und geniessen
Die Südafrika-Reise sei schon länger geplant gewesen, auch weil dort Trainingseinheiten mit ihrem Team auf dem Programm gestanden seien, stellt Nunige fest. Sie habe sich angesichts ihres Trainingsstandes dann aber dazu entschieden, den kürzeren Ultralauf zu absolvieren. Wobei «kurz» angesichts von 35 Kilometern Distanz und 2000 Höhenmetern, die es zu bezwingen galt, doch ein dehnbarer Begriff ist. Sie sei ohne grosse Ambitionen angereist, erklärt die Davoserin. «Ich wollte einfach ein neues Rennen kennenlernen sowie Landschaften und Kultur geniessen.» Die Anreise erfolgte zwei Wochen vor dem Wettkampf – eine weise Entscheidung, wenn man bedenkt, dass Nunige praktisch vom Schnee in den Sommer wechselte. «Wir hatten in unserem Team zwei Athletinnen, die aus Kapstadt stammen. Dank ihnen war in den 14 Tagen Akklimatisation immer etwas los – so eine Art Actionurlaub also.»
Zu absolvieren gab es eine technisch sehr anspruchsvolle Strecke, wobei es vor allem die Abstiege rund um den berühmten Tafelberg in sich hatten. «Mein Ziel war, gesund anzukommen und die wunderschöne Landschaft zu geniessen», so die 49-Jährige. Mit diesem Mindset konnte sie den Wettkampf locker angehen und fühlte sich vor allem in den Aufstiegen wohl. «Wir hatten das Glück, früh laufen zu können und damit die Strecke nicht in der grössten Hitze laufen zu müssen.» Dass es am Ende zum Sieg reichte, schreibt Nunige denn auch dem Umstand zu, dass sie ihre Ziele während des Wettkampfs nie aus den Augen verloren habe. Der Erfolg sei zudem wichtig gewesen, um ihrem Team etwas zurückgeben zu können.