Ukraine-Gespräche: Witkoff in Moskau – Selenskyj in Davos?
Die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs gehen an gleich zwei Orten in die nächste Runde.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos will sich US-Präsident Donald Trump heute mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj treffen. Nannte er zunächst den gestrigen Mittwoch als Termin, korrigierte er die Aussage später vor Journalisten und erklärte, das Treffen werde am Donnerstag stattfinden, wie der US-Fernsehsender CNN berichtete.
Er glaube, dass Selenskyj einen Deal machen wolle, behauptete Trump in Davos. «Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermassen nah dran sind.» Der Republikaner wiederholte seine Forderung, dass der seit fast vier Jahren andauernde Ukraine-Krieg enden müsse.
Ursprünglich keine Reisepläne bei Selenskyj
Aus Kiew gab es zunächst keine Bestätigung für eine Anreise Selenskyjs. Der Ukrainer hatte im Vorfeld des Weltwirtschaftsgipfels erklärt, dass er nicht plane, in die Schweiz zu reisen. Angesichts der schweren russischen Angriffe aus der Luft habe er im eigenen Land genügend Probleme zu klären. Er werde höchstens fahren, wenn es Verträge zu unterzeichnen gelte oder es neue Hilfszusagen gebe etwa bei der Flugabwehr.
Allerdings publizierte Selenskyj am Mittwoch nicht wie gewöhnlich seine abendliche Videoansprache an die Ukrainer, was ein Indiz für eine Reise in die Schweiz sein könnte. Um nach Davos zu kommen, müsste Selenskyj aus Kiew zunächst mit dem Zug über die Grenze nach Polen, von wo aus er dann weiterfliegen könnte.
Witkoff kommt wieder einmal nach Moskau
Derweil wird in Moskau der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach mehreren Gesprächen zwischen Amerikanern, Europäern und Ukrainern nun erneut bei Kremlchef Wladimir Putin erwartet. Witkoff hatte dem US-Sender CNBC ein Treffen mit dem russischen Präsidenten am Donnerstag angekündigt. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner werde ihn erneut begleiten, sagte er. Die beiden waren bereits im Dezember zu einem Gespräch mit Putin nach Moskau gereist. Am Dienstagabend sprachen sie am Rande des Wirtschaftsforums in Davos mit dem Moskauer Unterhändler Kirill Dmitrijew.