Über den Berg und aus dem Tal der Tränen heraus
Der Sommer 2019 war erfreulich für den Bündner Tourismus. Insgesamt lag die Zahl der Logiernächte der Bündner Sommersaison bei zusätzlichen 68'000. Im Interview mit TV Südostschweiz zieht der Präsident von Hotelleriesuisse Graubünden, Ernst Wyrsch, ein positives Fazit.
Herr Wyrsch, wie sind die Zahlen für die Bündner Hotellerie zu deuten?
Der anhaltend positive Trend freut mich extrem für die Bündner Hoteliers, die sehr viel investierten, um Marktanteil zurück zu gewinnen. Es bestätigt jetzt, dass wir aus dem Tal der Tränen raus sind.
Es gibt eine Zunahme von knapp drei Prozent bei den Logiernächten. Wie schätzen Sie dieses Wachstum ein?
Es ist deshalb erfreulich, weil es nicht nur um die Prozentzahl geht, sondern dass diese nicht mit günstigen Preisen erkauft worden ist. Man konnte sogar Preiserhöhungen im Kanton durchsetzen. Das müsste sich nachhaltig auswirken in der Wertschöpfungsbilanz.
Wenn ich mit dem Preis runtergehe, kann ich auch acht Prozent zunehmen, verdiene aber kein Geld. Unsere Hoteliers gingen mit ihren Preisen rauf und haben trotzdem ein Wachstum. Deshalb kommt die doppelte Freude nach vorne.
Hätte es nicht noch mehr geben können?
Es ist ein realistisches Wachstum. Wichtig ist, dass es keine Eintagesfliege von einem Sommer ist. Die letzten drei Sommer hat man zunehmend Zuwachs gehabt, allerdings auf tieferem Niveau. Somit redet man von nachhaltigem Wachstum. Es ist erfreulich, dass wir die Schweizer Touristen halten und leicht ausbauen konnten. Aber auch, dass wir neue Märkte und somit Gäste dazugewinnen konnten. Wir brauchen neue Gäste, vor allem, weil die Aufenthaltsdauer immer kürzer wird.