Trump eröffnet US-Jubiläumsfeiern mit Selbstlob
Musik von Militär-Bands, in Formation fliegende Kampfjets und eine Rede von Donald Trump: Der US-Präsident hat die Feierlichkeiten rund um das 250. Gründungsjubiläum der Vereinigten Staaten in Washington mit reichlich Selbstlob eröffnet. Auf der National Mall, dem Park zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial im Herzen der US-Hauptstadt, widmete sich Trump vor allem einem Thema ausführlich: seiner eigenen Politik.
Dabei schlug der US-Präsident den Bogen vom Iran-Krieg über umstrittene Bauvorhaben wie den neuen Ballsaal am Weissen Haus bis hin zu Massnahmen, mit denen seine Regierung versucht, die Rechte von Transmenschen zu beschneiden. Kurz bevor sich der Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli zum 250. Mal jähre, sei er froh zu verkünden: «Amerika ist zurück». Trumps Rede glich über weite Strecken einer Wahlkampfansprache – und endete mit den Worten: «Wir werden Amerika wieder grossartig machen. (...) Alles Gute zum Geburtstag, Amerika!»
Zahlreiche Menschen hatten sich auf der Grünanlage versammelt, um ihm zuzuhören. Einige trugen Kappen seiner MAGA-Bewegung (Make America Great Again), viele schwangen US-Flaggen. Vor Trump wandten sich auch einige Kabinettsmitglieder an die Menge – mit einem Lobgesang auf die USA und Trump. Verkehrsminister Sean Duffy sprach vom «grossartigsten Präsidenten, den es in diesem Land seit George Washington je gab». Washington war der erste Präsident der USA (1789–1797) – die Hauptstadt trägt seinen Namen.
Miese Umfragewerte für den «grossartigsten Präsidenten»
Die Worte von Trumps Minister stehen im Kontrast zu den Zustimmungswerten des Präsidenten, die schon länger ziemlich schlecht sind. Vom Iran-Krieg bis zur kostspieligen Renovierung des inzwischen schon wieder von Algen befallenen Reflecting Pools in Washington – Trumps Anliegen in seiner zweiten Amtszeit seien nicht die des Grossteils seiner Wählerbasis, «geschweige denn die anderer Amerikaner», zitierte der US-Sender ABC News Daniel Treisman, einen Politikwissenschaftler der University of California in Los Angeles. «Das erklärt seine ungewöhnlich niedrigen Zustimmungswerte.» Da die wichtigen Zwischenwahlen im November näherrücken, wird das auch für Trumps Republikaner zunehmend zum Problem.