Tragisches Fährunglück in Indonesien – 129 Menschen vermisst
Innerhalb weniger Augenblicke wurde aus einer nächtlichen Überfahrt ein Kampf ums Überleben: Nach dem plötzlichen Kentern einer Fähre in Indonesien läuft die verzweifelte Suche nach den 129 Vermissten. Die Retter sind Behördenangaben zufolge am Tag nach dem schweren Unglück unter anderem mit Flugzeugen, mehr als einem Dutzend Schiffen sowie Rettungstauchern im Einsatz.
Die Fähre «Virgo Transport 8» war am Sonntag mit 243 Menschen an Bord auf dem Weg von der Grossstadt Surabaya auf der Hauptinsel Java ins knapp 500 Kilometer entfernte Banjarmasin in der Provinz Süd-Kalimantan auf Borneo. Plötzlich geriet das Schiff der Rettungsbehörde Basarnas zufolge vermutlich wegen extrem hohen Wellengangs in Seenot und kippte zur Seite. Später wurde es kieloben im Meer entdeckt. Sechs Menschen wurden bislang tot geborgen, 108 weitere konnten lebend gerettet werden.
«Alles ist so schnell passiert»
Derweil berichteten Augenzeugen von den dramatischen Momenten an Bord, als die Fähre mitten in der Nacht und innerhalb kürzester Zeit kenterte. Da hatte das Schiff etwa zwei Drittel der knapp 500 Kilometer langen Strecke zurückgelegt.
Der Überlebende Ahmad Saudi sagte einem lokalen Fernsehsender, er habe geschlafen, als er jemanden habe rennen hören. «Das Schiff neigte sich immer weiter», berichtete er. Er habe sich mit aller Kraft festgehalten, bis die Fähre vollständig gekentert sei, und sich dann nach oben auf den Rumpf gekämpft.
Dann sei ein aufblasbares Rettungsboot aufgetaucht, in das er sich habe retten können. Passagiere vor allem in den Kabinen der Economy-Klasse hätten aber möglicherweise kaum eine Chance zur Flucht gehabt, sagte Saudi. «Alles ist so schnell passiert. Es gab keinen Alarm und keine Warnung. Es gab keine Anzeichen.»