Das Parsenngebiet als Solarstromproduzent
Die EWD Elektrizitätswerk Davos AG plant in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Davos, der Stadtwerke-Allianz Swisspower und der finanziellen Unterstützung einer breiten Trägerschaft den Bau einer alpinen Photovoltaik-Anlage im Parsenngebiet.
Die Schweiz soll mehr Elektrizität selber produzieren und unabhängiger von Stromimporten werden. Das nationale Parlament hat dazu entsprechende Erleichterungen beim Bewilligungsverfahren und zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten eingeführt. Bereits vor der Strommangellage hat man sich in Davos aktiv mit Photovoltaik-Anlagen im Gebirge auseinandergesetzt. Bei diesen Überlegungen spielt der Standort Totalp im Parsenngebiet eine besondere Rolle. Der Standort mitten im Skigebiet ist bereits bestens erschlossen durch die vorhandenen Sesselliftanlagen und Gondelbahnen. Darum wird bei der Planung grossen Wert auf eine nahtlose Integration in die bestehende Bergbahninfrastruktur gelegt. Dank der Stromproduktion in unmittelbarer Nähe zu den Verbrauchern wie den Bergbahnen können Transportverluste minimiert werden. Zudem ist die Anlage talseitig abgeschirmt, wodurch keinerlei Reflexion oder Beeinträchtigung für die Bevölkerung entstehen.
Solarexpress mit Umweltschutz
«Wir zeigen, dass der Solarexpress auch landschafts- und umweltverträglich umgesetzt werden kann», ist Landammann Philipp Wilhelm überzeugt. Davos leistet damit einen Beitrag zur Energiesicherheit, ohne dass wertvolles Kultur- und Weideland beansprucht werden muss. Gleichzeitig ist die geplante Photovoltaik-Anlage ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur CO2-neutralen Destination bis 2030. Im Vollbetrieb soll die Anlage mindestens 10 GWh pro Jahr produzieren, womit rund 3000 Vierpersonen-Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgt werden können.
Weit fortgeschrittene Planungsgrundlagen
Im Vergleich zum Mittelland profitiert Davos auch im Winter von vielen Sonnenstunden. Somit haben Photovoltaik-Anlagen hier ein ausserordentlich hohes Potenzial. Der mehrjährige, erfolgreiche Betrieb einer Versuchsanlage in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW hat das Potenzial bestätigt. Zudem wurden bereits umfassende Wind- und Umweltgutachten erstellt sowie Analysen zum Einfluss der Schneehöhe durchgeführt. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die Photovoltaik-Anlage möglichst sicher und gleichzeitig landschaftsschonend zu erstellen.