Starmer oder Burnham? Britischer Premier kämpft weiter
Sein grösster Rivale marschiert entschlossen Richtung Downing Street – und dennoch denkt der unter Druck geratene britische Premierminister Keir Starmer derzeit nicht daran, sein Amt niederzulegen.
Sollte es zu einer Wahl um den Labour-Parteivorsitz kommen, werde er sich dieser stellen und sich nicht einfach zurückziehen, sagte der Regierungschef wenige Stunden nach dem Wahlerfolg seines innerparteilichen Rivalen Andy Burnham im Kreis Makerfield. Es sei nun wichtig, dass Labour «an einem Strang ziehe», betonte er stattdessen.
Burnham, der Ex-Bürgermeister von Manchester, kann Starmer durch sein neu gewonnenes Mandat im Unterhaus nun in eine Führungswahl zwingen – und das ist nur noch eine Frage der Zeit. Es sei denn, Starmer tritt doch noch ab. Denn der Druck auf ihn ist so gross wie nie zuvor.
Verschliesst Starmer Augen und Ohren?
Auf die Entschlossenheit Starmers folgte einerseits irritiertes Kopfschütteln, andererseits gibt es Verbündete, die ihm weiter den Rücken stärken, darunter etwa der Wohnungsbauminister Steve Reed. Die Frage ist, wie lange er noch auf diese Unterstützung setzen kann. Beobachtern zufolge könnte es auch zu Rücktritten in seinem Kabinett und damit einem internen Sturzversuch kommen. Viele Abgeordnete sind Beobachtern zufolge bereits mehr als verärgert.
Dazu kommt, dass wohl kaum einer überzeugt ist, dass der unbeliebte Starmer eine Chance gegen Burnham hat. Davon will der Regierungschef allerdings nichts wissen. Burnham sei eine «enorme Bereicherung», doch er selbst habe vor zwei Jahren Veränderung versprochen. «Es gibt noch viel zu tun, und darauf konzentriere ich mich. Dafür wurde ich gewählt: um meinem Land zu dienen.» Eine Führungswahl würde die Partei ohnehin nur in ein Chaos stürzen, warnte er.
Der «König des Nordens» als Hoffnungsträger
Der 56-jährige «König des Nordens», wie Burnham oft genannt wird, gilt als Liebling des moderat-linken Parteiflügels. Immer wieder gaben Minister und Abgeordnete zu verstehen, dass eigentlich nur er die Partei retten und gegen die Rechtspopulisten von Reform UK ankommen kann.