Stadtrat von Gossau SG legt rigoroses Sparprogramm vor
Mit über 100 Massnahmen will der Gossauer Stadtrat jährlich 3,4 Millionen Franken einsparen. Unter anderem soll das Freibad weniger lang geöffnet sein. Die Bundesfeier wird gestrichen. Geplant ist die Verschiebung von Investitionen in die Sportwelt.
Im März lehnten die Stimmberechtigten von Gossau eine vom Stadtrat vorgeschlagene Erhöhung des Steuerfusses um 8 Prozentpunkte ab. Die SVP hatte dagegen das Ratsreferendum ergriffen. Damit blieb der Steuerfuss bei den bisherigen 116 Prozent.
Nun legt der Stadtrat ein umfangreiches Sparpaket vor, das den Haushalt jährlich um 3,4 Millionen Franken entlasten soll. Dies entspreche 8 Steuerprozenten, teilte der Stadtrat am Dienstag mit. Angekündigt werden über 100 Massnahmen.
Das Stadtparlament wird im November über das Paket entscheiden. Falls die Entlastungsmassnahmen nicht umgesetzt würden, drohe der Stadt eine starke Verschuldung, schrieb der Stadtrat.
Höhere Parkgebühren
Von den Einsparungen sind verschiedenste Aufgaben der öffentlichen Hand betroffen. Gekürzt werden unter anderem schulische Angebote wie die individuelle Förderung bei Entwicklungsstörungen oder für Fremdsprachige. Es soll weniger Klassenlager geben. Bei den Tagesstrukturen gibt es höhere Preise und reduzierte Ferienöffnungszeiten.
Zu den Vorschlägen gehört auch die Verkürzung der Freibadsaison auf die drei Sommermonate. Der Reinigungsstandard von städtischen Anlagen soll reduziert werden. Strassen würden weniger oft geputzt. Zudem soll im Departement Bau, Umwelt, Verkehr Personal eingespart werden.