Stadt Winterthur wehrt sich gegen Kahlschlag bei Zimmer Biomet
Die Stadt Winterthur wehrt sich gegen den geplanten Kahlschlag beim US-Medizintechnikunternehmen Zimmer Biomet. Ein erstes Gespräch zwischen dem Stadtrat und dem Unternehmen fand bereits statt, ein zweites ist geplant.
Die Stadtregierung äusserte im Gespräch mit Zimmer Biomet ihre grosse Sorge über den möglichen Stellenabbau, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Der Stadtrat habe dabei deutlich gemacht, dass er vom US-Unternehmen erwarte, dass Alternativen geprüft würden.
Inzwischen meldeten sich auch viele Zulieferer und andere Unternehmen aus der Region bei der Stadt, um ihre Besorgnis über den geplanten Abbau von bis zu 580 Stellen auszudrücken.
Der Abbau betreffe damit nicht nur Zimmer Biomet selbst. Ein Produktionsstandort dieser Grössenordnung sei Teil einer regionalen Wertschöpfungskette und sichere auch Aufträge und Arbeitsplätze bei weiteren Unternehmen, so der Stadtrat.
Stadt will Einsicht in den Sozialplan
Bis zum geplanten zweiten Gespräch mit Zimmer Biomet will der Stadtrat klären, welche konkreten Handlungsmöglichkeiten für ihn bestehen. Zudem werde sich die Stadt um Einsicht in den vorgesehenen Sozialplan bemühen.
Am Mittwoch hatte das US-Unternehmen mitgeteilt, dass am Standort Winterthur bis zu 580 der 730 Stellen wegfallen könnten. Der Abbau sei aber noch nicht in Stein gemeisselt, betonte eine Sprecherin. Es sei erst ein Konsultationsverfahren gestartet worden.
«Wir sind uns der Bedeutung des Standorts Winterthur, seiner langjährigen Tradition und des wichtigen Beitrags unseres Teams vor Ort sehr bewusst», liess sich Zimmer-Biomet-Managerin Elizabeth Gauthier zitieren. Die vorgeschlagenen Veränderungen seien Teil der Weiterentwicklung des Produktionsnetzwerks von Zimmer Biomet. Ziel sei es, das Produktions- und Liefernetzwerk zu vereinfachen und die Effizienz zu steigern, hiess es in der Mitteilung.