Sportwagenfahrer machen Bündner Bergstrasse unsicher
Ein Ehepaar fuhr gerade von den Ferien aus Italien nach St. Moritz zurück, als rund sieben Porsche- und ein Ferrarifahrer sie auf einer Bergstrasse überholten. An und für sich nichts Aussergewöhnliches, wären die Überholmanöver nicht äusserst waghalsig vonstattengegangen. «Halsbrecherisch», nennt sie der Mann gegenüber dem Onlineportal «20min.ch». Er hat einige der gewagten Überholmanöver mit dem Handy gefilmt und gleichzeitig versucht seine Frau zu beruhigen, die am Steuer sass und hörbar beunruhigt war. «Wieder vor einer Kurve! Nicht ganz sauber», sagt sie. Mehrere Minuten lang habe die Gruppe so gefährlich überholt.
Bergstrassen werden ausgereizt
Solche Szenen seien kein Einzelfall schreibt «20min.ch» weiter. Ausländer würden in die Schweiz kommen, um die Bergstrecken auszureizen. Erst am Samstagvormittag wurde die Kantonspolizei Graubünden auf der Ofenbergstrasse in Zernez bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf eine Gruppe von Sportwagen aufmerksam. Zwei Geschwindigkeitswiderhandlungen wurden zur Anzeige gebracht. Beide Widerhandlungen gelten als grobe Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz.
Ein Autofahrer war gar mit 154 km/h anstatt den erlaubten 80 km/h unterwegs. Er war also offiziell ein Raser, denn als Raser gilt, wer in diesem Fall die Höchstgeschwindigkeit um netto 60 km/h und mehr überschreitet.
Zum im Video festgehaltenen Fall wollte die Kantonspolizei Graubünden keine Auskunft geben. Mediensprecher Markus Walser sagte aber: «Aus diesem Grund werden auf dem gesamten Strassennetz des Kantons Graubünden durch uns spontane und nicht voraussehbare Kontrollen gemacht sowie prädestinierte Streckenabschnitte speziell überwacht.» (rac)