Spektakuläre Giro-Etappe führt durch Graubünden
In der zweitletzten Etappe wird es für die Fahrer des Giro d‘ Italia brutal. Gleich zweimal erklimmen sie kolossale Pässe. Zuerst geht es über den San Bernardinopass, dann über den Splügenpass, beide auf über 2000 Metern über Meer. Zielankunft ist auf der Alpe Motta in Italien, nach einem letzten harten Aufstieg.
Mit dabei ist auch der Bergspezialist Matteo Badilatti, der für das UCI World Team Groupama (FDJ) fährt. Für Badilatti ist mit der erstmaligen Giro-Teilnahme bereits ein Traum in Erfüllung gegangen. Mit der Bergetappe durch Graubünden kann er nun gar vor heimischem Publikum auftreten. Gut möglich, dass Badilatti die Chance nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Gewohnt ist sich der 28-Jährige solch hohe Anstiege. Aufgewachsen im Puschlav, hat Badilatti schon vor Beginn seiner Profikarriere regelmässig den Berninapass erklommen.
San-Bernardino-Pass: Der Monsteraufstieg
Doch auch bei Badilatti dürften die Oberschenkel brennen, angesichts der kolossalen Aufstiege, die am Samstag zu bewältigen sind. Gestartet wird die zweitletzte Giro-Etappe um 12.30 Uhr auf rund 200 Metern über Meer im italienischen Verbania, das am Lago Maggiore liegt. Dem See entlang geht es weiter über die Grenze in die Schweiz: zuerst durch Ascona, dann durch Locarno. Im Bündnerischen Roveredo werden die Fahrer um 14 Uhr erwartet. Bis dahin werden die Athleten die ersten 100 Höhenmeter absolviert haben. Doch spätestens hier dürfte es mit der Idylle vorbei sein.
Es folgt der Monsteraufstieg bis zum San-Bernardino-Pass. 1757 zusätzliche Höhenmeter müssen die Giro-Teilnehmer bezwingen. Erholung wird Bergfloh Matteo Badilatti und Co. dabei kaum erhalten. Die nächsten rund 40 Kilometer geht es praktisch permanent steil bergauf. Einzig vor San Bernadino (angenommene Ankunftszeit ab 15 Uhr) wird den Fahrern eine kurze Abfahrt gegönnt. Bis dahin beträgt die Steigung meist acht Prozent oder höher. In einzelnen Abschnitten beträgt sie gar zwölf Prozent. Ab San Bernardino nimmt die Steigung nur marginal ab. Die erste Bergankunft auf dem San-Bernardino-Pass ist dann auf 2065 Metern über Meer erreicht, die ersten Fahrer dürften um 15.15 Uhr ankommen.