Spanien nach 16 Jahren wieder titelreif – ganz ohne Real-Spieler
Seit dem Triumph 2010 ist Spanien an einer WM nicht mehr über die Viertelfinals hinausgekommen. 2026 kann die Durststrecke enden – mit einem wieder fitten Lamine Yamal und modernisiertem Tiki-Taka.
Für die Buchmacher ist Spanien an der WM in den USA, Kanada und Mexiko der Topfavorit, und dafür gibt es gute Gründe. Seit März 2023 blieb die Mannschaft von Nationalcoach Luis de la Fuente in der regulären Spielzeit 31 Pflichtspiele ungeschlagen. Die einzige Niederlage in dieser Zeitspanne ist das verlorene Penaltyschiessen im Final der Nations League gegen Portugal.
So eine Serie konnte nicht einmal die goldene Generation vorweisen, die zwischen 2008 und 2012 zwei Europameisterschaften und eine WM gewann. Seit 2025 sind die Iberer die Nummer 1 der FIFA-Weltrangliste. Als eines der gesetzten Teams gehen sie den grossen Mitfavoriten bei normalem Verlauf bis in die Halbfinals aus dem Weg.
Finesse und Tiefe
Die Mannschaft besticht mit technischer Finesse sowie aussergewöhnlicher Qualität und Tiefe im Mittelfeld. Unter De la Fuente, der viele der aktuellen Leistungsträger seit deren Jugend begleitete, spielt sie direkter und mutiger als unter dessen Vorgänger Luis Enrique, dessen bisweilen steriler Ballbesitzfussball eine Grundsatzdiskussion ausgelöst hatte – «modernes Tiki-Taka» nennen sie es in Spanien.
Auch in der WM-Qualifikation hinterliess Spanien von den europäischen Topteams den besten Eindruck. Erst im letzten Spiel, beim 2:2 gegen die Türkei, gab es die ersten Gegentore und das einzige Unentschieden. Im ersten Duell hatte Spanien die Türken 6:0 deklassiert, und De La Fuente sagt dazu: «Dieser 6:0-Sieg in der Türkei, das war fast Perfektion.»
Er sei stolz darauf, diese aussergewöhnliche Gruppe zu trainieren, sagt De la Fuente. «Sie hat den Rekord einer unvergesslichen Spielergeneration im spanischen Fussball übertroffen. Aber sie will mehr, immer mehr. Das ist der besondere Geist dieser Mannschaft.»