Die grosse Herausforderung ist die Zeit
Die Produktionsanlage realisieren wollen das EWD Elektrizitätswerk Davos zusammen mit drei weiteren lokalen Elektrizitätswerken und der Swisspower AG, einer Allianz von Schweizer Stadtwerken. Mit dieser Anlage will die Gemeinde Davos vom sogenannten «Solarexpress» des Bundes profitieren – also von erleichterten Bewilligungsverfahren und zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten. Die Gemeinde will bis 2030 zur CO2-neutralen Destination werden. Den «Solarexpress» des Bundes spricht auch Sarah Bernegger an, wenn sie nach den Fortschritten in Davos gefragt wird. Die Projektleiterin Kommunikation bei Swisspower: «Eine Herausforderung, der wir gegenüberstehen, ist vor allem der zeitliche Rahmen, der vom Bund im Rahmen des Solarexpresses festgelegt wurde. Trotz dieser Herausforderung sind wir zuversichtlich, dass wir alle Anforderungen innerhalb dieser Vorgaben erfüllen können.»
Erste Arbeiten im Sommer 2024
Aktuell gebe es aber keine neuen Informationen bezüglich des Projekts. «Die ersten Arbeiten sind im Verlauf des Sommers 2024 geplant, mit dem Ziel, bis Ende 2025 etwa zehn Prozent der Gesamtanlage ans Netz zu bringen. Derzeit sind unsere Projektpartner intensiv damit beschäftigt, die letzten Details zu klären und die Anforderungen des Kantons Graubünden und der Umweltverbände umzusetzen», meinte sie auf Anfrage. Mit den zehn Prozent wären auch die Voraussetzungen für Bundessubventionen erfüllt.
Der gewählte Standort ist nach Ansicht der Gemeindevertreter von Davos bestens erschlossen. Dank der Nähe der Sessellifte und der Gondelbahnen würden Transportverluste des Stroms minimiert. Zudem sei die Anlage vom Tal aus nicht sichtbar, wodurch keine Reflexion und andere Beeinträchtigungen entstehen könnten. Auch Kultur- und Weideland sollen verschont bleiben.
«Wir zeigen, dass der Solarexpress auch landschafts- und umweltverträglich umgesetzt werden kann», ist Landammann Philipp Wilhelm überzeugt, wie er gegenüber der Davoser Zeitung einmal betonte. Kritiker des Projekts wenden dagegen ein, dass der Bau der Anlage ein betriebswirtschaftliches Risiko darstelle, das aufgrund der Abhängigkeit vom künftig herrschenden Strompreis schwierig kalkulierbar sei. Zudem könnten die Baustelle und die Anlagenfläche die dort ansässigen Wildtiere stören.