Die Lintharena will, dass die Gemeinde ihre Buchhaltung macht
Die Lintharena macht in diesem Jahr eine Million Franken mehr Verlust als erwartet. Die Stimmberechtigten von Glarus Nord haben der Lintharena daraufhin den Auftrag erteilt, bis Ende Jahr Massnahmen vorzustellen, um das Defizit zu senken. Die Gemeinde Glarus Nord hat die Pläne nun auf ihrer Webseite veröffentlicht. Der Verwaltungsrat will demnach in erster Linie die Einnahmen erhöhen. Sparmassnahmen kommen erst an zweiter Stelle.
Der Verwaltungsrat will die Lintharena in ihrem Einzugsgebiet bekannter machen und mehr Werbung machen. Dazu gehören auch Aktionen auf Social Media und mehr Grossanlässe.
Die Lintharena will zudem mehr Kundinnen und Kunden dazu bringen, ein Abo zu lösen. «Damit sinkt zwar der punktuelle Ertrag pro Besuch; gleichzeitig wird aber die Identifikation des Kunden mit der Lintharena positiv beeinflusst.»
Mit einer Kundenbefragung will der Verwaltungsrat herausfinden, an welchen Tagen die Öffnungszeiten des Bades und der Wellnessanlagen angepasst werden können, ohne die Kundschaft zu verärgern. Denkbar wären auch Angebote wie zwei Mal in der Woche ein Frühschwimmen mit Kaffee und Gipfeli.
Sparmassnahmen
Zu den Sparmassnahmen gehört unter anderem der Vorschlag, die Buchhaltung auszulagern. «Idealerweise» übernehme diese künftig die Finanzabteilung der Gemeinde, heisst es. Ansonsten könne ein Treuhandunternehmen diese Aufgabe übernehmen.
Von Kündigungen ist keine Rede. Im Gegenteil: Der Verwaltungsrat will Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger im Unternehmen halten. Unter anderem sollen die Weiterbildungs- und Aufstiegschancen besser werden, indem freie Stellen auf Kaderstufe zuerst mit aktuellen Mitarbeitenden besetzt werden.
Geschäftsführer musste gehen
Die Lintharena ist in diesem Jahr nach umfangreichen Umbauten wiedereröffnet worden. Trotzdem hat sie ein doppelt so grosses Defizit angehäuft, wie in der Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde vorgesehen ist. Die Gemeindeversammlung von Glarus Nord hat Anfang November zusätzlich 1,25 Millionen Franken in den Betrieb eingeschossen.
Der langjährige Geschäftsführer Oliver Galliker musste daraufhin gehen. Gérard Jenni führt seither als Interimsgeschäftsführer den Betrieb.