So hat sich Sow ins Nationalteam zurückgekämpft
In einer schwierigen Saison galt Djibril Sow beim FC Sevilla als einer der besten Spieler. Nun hofft der Mittelfeldspieler, seine neue Torgefährlichkeit auch im Nationalteam zeigen zu können.
Von den 15 Offensivspielern im Schweizer WM-Aufgebot haben nur zwei noch keine Länderspieltore auf dem Konto. Der eine ist Ardon Jashari, der allerdings erst acht, teils sehr kurze, Einsätze vorzuweisen hat. Der andere ist Djibril Sow, der vor acht Jahren sein Debüt im Nationalteam gab und bereits 52 Länderspiele bestritten hat.
Natürlich hat Sow andere wichtige Qualitäten. Der geborene Goalgetter war er noch nie, vielmehr der Ballverteiler. Derjenige, der im Zentrum die Fäden zieht und das Auge für die Lücken in der gegnerischen Abwehr hat. Doch als er darauf angesprochen wird, dass sein erster Treffer im Nationaldress überfällig sei, findet auch er: «Ja, es wird langsam Zeit dafür.»
Beste Tor-Ausbeute einer Saison
Dass er durchaus weiss, wo das Tor steht, hat der 29-Jährige zuletzt mehrfach bewiesen. Fünf Treffer erzielte er in dieser Saison für Sevilla – so viele wie nie zuvor. Dazu kamen vier Assists. Der wichtigste gelang ihm im Auswärtsspiel gegen Villarreal, als das abstiegsbedrohte Sevilla einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg verwandelte. Diese Punkte waren letztlich entscheidend, dass der Klub den Ligaerhalt schaffte.
Er habe nicht offensiver als sonst gespielt, sagt Sow mit Blick auf seine Statistik. «Aber ich habe über die Jahre dazugelernt und mich weiterentwickelt.» Vor allem habe er an seinem Stellungsspiel gearbeitet. Das Ziel sei gewesen, überhaupt in jene Positionen zu kommen, aus denen er Torgefahr entwickeln könne. «Und das ist mir in dieser Saison sehr gut gelungen.»
Im letzten Ligaspiel bestritt Sow seinen 100. Einsatz für Sevilla und wurde damit zum «Centenario». Die Zeitung «Diario de Sevilla» bezeichnete den Zürcher in einer Würdigung als eine der konstanten Figuren des Teams. Auch deshalb wird darüber spekuliert, dass dieser 100. Einsatz sein letzter für Sevilla gewesen sein könnte. Denn Sow gehört zu den Spielern, die dem finanziell angeschlagenen Klub im Transfersommer Geld in die Kasse spülen könnten.