Skigebiets-Zoff könnte altes Projekt aufleben lassen
Vor rund einer Woche hat die Gemeindeversammlung von Furna eine Teilrevision abgelehnt, die für die geplante Skigebietserweiterung der Bergbahnen Grüsch-Danusa AG nötig gewesen wären. Die Bergbahn wollte vier zusätzliche Kilometer Piste bauen, die mit einer neuen Vierer-Sesselbahn erschlossen werden sollten.
Dass die Gemeinde Furna sich gegen dieses Projekt gestellt hat, kommt für den Verwaltungsrat der Bergbahnen Grüsch-Danusa AG überraschend und ist unverständlich, wie dieser in einer Mitteilung erneut betont. Zehn Jahre lang sei geplant worden und das Souverän und die Behörden von Furna habe zuvor stets ihren Zuspruch zum Projekt geäussert. «Für die Ablehnung der Ortsplanrevision gibt es denn auch keine ersichtlichen oder sachlichen Gründe», heisst es weiter.
Seit einem Jahr stelle der Verwaltungsrat eine rauere Gangart der Gemeinde Furna fest, die nun in diesem deutlichen Misstrauensvotum gipfle, mit dem die Gemeinde eine gute Zusammenarbeit in Frage stelle.
Der Umweltgedanke kommt zum Zug
Laut Bernhard Bärtsch vom Gemeindevorstand von Furna war die Tatsache, dass das geplante Projekt am Rande von Moorlandschaften und Landschaftsschutzzonen entstehen sollte, wohl der ausschlaggebende Punkt für den Negativentscheid. «Wir Furner haben gelernt, dass auch das sehr wichtig ist und einen grossen Einfluss auf das Befinden des Menschen hat», sagte Bärtsch gegenüber TV Südostschweiz.
Für die Bergbahnen stellte das Projekt eben aufgrund dieser umliegenden Moorlandschaft und Landschaftsschutzzonen die einzig mögliche Erweiterung des Skigebiets dar. «Das Projekt ist somit gebodigt und vorerst nicht realisierbar», schreibt der Verwaltungsrat.
Das sei nicht nur ein Schlag für das Unternehmen, sondern auch für die regionale Wertschöpfung. Laut Verwaltungsrat hätte die Skigebietserweiterung vier bis fünf neue Arbeitsstellen und neue Angebote mit viel Potential für die Zukunft gebracht. Der Mehrertrag für die Unternehmen der Region hätte sich um mindestens zehn Prozent erhöht.
Projekt kann nicht umgesetzt werden
Das offensichtlich verloren gegangene Vertrauen der Gemeinde Furna in die Bergbahnen Grüsch-Danusa AG habe aber zur Folge, dass man das Entwicklungspotenzial primär auf Gebiet der übrigen Standortgemeinde Grüsch suche, schreibt der Verwaltungsrat abschliessend.
Gemäss dem Regionaljournal von SRF will man den Sommertourismus ankurbeln und Teile eines alten Projekts wieder aufleben lassen: Die Heidiland-Erlebniswelt. Mehr Informationen dazu sollen im Sommer folgen. (rac)