Silvan Widmer tritt als Nationalspieler zurück
Mit 33 Jahren tritt Silvan Widmer als Schweizer Nationalspieler zurück. Der Verteidiger des Bundesligisten Mainz will sich auf seine Einsätze im Klub fokussieren.
Widmers Länderspiel-Debüt war wenig glamourös. Am 14. Oktober 2014 wurde der damals 21-Jährige im Nationalstadion von San Marino für Stephan Lichtsteiner eingewechselt. Dass der heutige Trainer des FC Basel und damalige Captain des Nationalteams erst 2019 zurücktrat, war mit ein Grund dafür, dass bei Widmer bis in den Herbst 2020 nur acht (Teil-)Einsätze hinzukamen.
So waren Widmers erste Jahre im Nationalteam, damals noch unter Trainer Vladimir Petkovic, eher von Enttäuschungen geprägt. Für die EM 2016 und die WM 2018 wurde ihm jeweils Michael Lang als erster Backup für Lichtsteiner vorgezogen. Nach dessen Rücktritt setzte Petkovic zudem eher auf Kevin Mbabu als auf Widmer.
Hätte die EM wie geplant im Jahr 2020 stattgefunden, hätte Widmer wohl auch dieses Turnier verpasst. Schliesslich hatte er in der Qualifikation keine Einsatzminute erhalten. Die Verschiebung um ein Jahr aufgrund der Corona-Pandemie erwies sich für ihn als Glücksfall. So machte er in der Nations League unter anderem mit einem Treffer gegen Deutschland, seiner Torpremiere im Nationalteam, auf sich aufmerksam.
Für die EM, die 2021 verteilt auf dem europäischen Kontinent stattfand, schaffte es Widmer endlich ins Aufgebot. Im Verlauf des Turniers eroberte er sogar einen Platz in der Startaufstellung.
Unter Yakin zum Leistungsträger
Spätestens mit dem Trainerwechsel von Petkovic zu Murat Yakin stieg Widmer zum Leistungsträger auf. 45 seiner insgesamt 65 Länderspiele bestritt der Aargauer unter dem aktuellen Nationalcoach. An der WM 2022 in Katar und der EM 2024 in Deutschland war Widmer auf der rechten Seite gesetzt.