SFV sieht Unterschiede zum Fall Fischer
Der Schweizerische Fussballverband (SFV) sieht im Fall Granit Xhaka Unterschiede zum jüngsten Fall um Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer. Das sind die ersten Reaktionen der Exponenten.
Während Fischer wegen einer gekauften Impfbestätigung im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in den Fokus geriet, habe Xhaka das gefälschte Covid-Zertifikat nicht für eine Tätigkeit oder einen Anlass der Nationalmannschaft benötigt. «Ich sehe grosse Unterschiede zwischen den Fällen», sagt SFV-Präsident Peter Knäbel, der mit der Nationalmannschaft ins Vorbereitungscamp in Belek mitgereist ist. Xhaka habe die Impfbestätigung 2022 weder für ein Turnier noch für Länderspiele gebraucht. Der SFV habe zu jener Zeit zwar eine Impfempfehlung herausgegeben, «aber keine Impfpflicht».
Auch Nationalteam-Direktor Pierluigi Tami betont, dass die Impfung für die Spieler nicht vorgeschrieben gewesen sei. «Das war eine private Sache, die mit der Nationalmannschaft nichts zu tun hat. Der SFV hat niemandem etwas vorgeschrieben.»
Entsprechend stellt der Verband den Fall vorerst nicht in direkten Zusammenhang mit Xhakas Funktion als Captain. Tami sagt, für ihn sei das Thema nach Xhakas öffentlicher Erklärung «erledigt». Entscheidend sei gewesen, wie der 33-Jährige auf die Vorwürfe reagiert habe. «Alle können Fehler machen, nicht alle stehen auch dazu. Ich schätze seine Reaktion.»
Auch Knäbel würdigt Xhakas Verhalten. «Xhaka hat mit seiner Reaktion gezeigt, wie ein Captain reagieren sollte.» Damit sei allerdings nicht gesagt, dass die Frage nach der Zukunft des Rekordnationalspielers als Captain bereits beantwortet sei. «Alles Weitere werden wir in Zukunft besprechen», so der SFV-Präsident.