Schweizer wollen die Favoriten früh fordern
Ohne Tadej Pogacar ist das WM-Strassenrennen so offen wie lange nicht mehr. Das Schweizer Team will aus der Aussenseiterrolle offensiv seine Chance suchen.
Tadej Pogacar fehlt, sein Regenbogentrikot ist neu zu vergeben. Im WM-Strassenrennen von Montreal bietet sich am Sonntag gleich mehreren Fahrern die Chance, in die Fussstapfen des zweifachen Titelverteidigers zu treten. Fünf Namen stehen auf dem 273,7 km langen und mit 3803 Höhenmetern gespickten Parcours besonders im Fokus.
Evenepoel und das historische Double
Allen voran Remco Evenepoel. Der Vorjahreszweite hat in Montreal bereits geliefert und sich am vergangenen Sonntag im Einzelzeitfahren überlegen zum vierten Mal in Folge den WM-Titel gesichert. Nun kann der Weltmeister von 2022 Geschichte schreiben: Noch nie hat ein Mann an derselben WM sowohl das Einzelzeitfahren als auch das Strassenrennen gewonnen.
Auch die Form spricht für den Belgier. Nach Platz 2 und zwei Etappensiegen an der Tour de France gewann er die Clasica San Sebastian und kurz vor der WM den Grand Prix de Québec. Zudem besitzt Evenepoel mehrere taktische Möglichkeiten: Er kann aus grosser Distanz angreifen, hat in dieser Saison aber auch mehrfach seine Stärke im Sprint nach einem harten Rennen gezeigt.
Zu schwer für Van der Poel?
Mathieu van der Poel weiss seit seinem Triumph 2023 in Glasgow, wie man Strassen-Weltmeister wird. Die Frage ist, ob der anspruchsvolle Rundkurs am Mont Royal seinem kräftigen Körperbau entgegenkommt. Ähnliche Zweifel gab es allerdings bereits vor der WM 2024 in Zürich, als der Niederländer auf einem noch höhenmeterreicheren Parcours Bronze gewann.