Schweizer Tennisprofis bleiben am US Open ohne einen Sieg
Auch Belinda Bencic kann das Schweizer Debakel am US Open nicht abwenden. Die Olympiasiegerin verliert als letzte Schweizerin in der 1. Runde – auf ausgesprochen frustrierende Art.
Ausgerechnet im Jahr, als Roger Federer rund um das US Open noch einmal auf allen Ebenen gefeiert und in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen wurde, gab das Schweizer Tennis in New York ein trostloses Bild ab. Drei Frauen und ein Mann, der 41-jährige Stan Wawrinka, er nur dank einer Wildcard, standen im Einsatz, alle verloren sie in der Startrunde. Nach 2020 und 2024 war dies zum dritten Mal in sieben Jahren am US Open der Fall.
Belinda Bencic hätte die Ehre der Athleten von Swiss Tennis retten sollen – und die Ostschweizerin war zunächst auch auf gutem Weg. Sie zeigte keinerlei Nachwehen von den Hüftbeschwerden, die sie zuletzt in Toronto und Cincinnati zur Aufgabe gezwungen hatten. Dennoch sass sie am späten Dienstagabend frustriert im kleinen Interview-Raum tief im Bauch des Arthur Ashe Stadiums.
Mega frustriert
«Am Schluss ist mein Spiel komplett zusammengebrochen», stellte Bencic schonungslos nüchtern fest. Angefangen hatte es gegen die zähe, aber sicher nicht herausragende Kasachin Julia Putinzewa, die Nummer 84 der Weltrangliste, nach einer langen Verzögerung wegen Regens noch gut – mit einer schnellen 3:0-Führung und dem Gewinn des ersten Satzes. Trotz einem erneuten 2:0 im zweiten Durchgang fand die Olympiasiegerin von 2021 und US-Open-Halbfinalistin von 2019 aber nie eine gewisse Ruhe.
«Ich habe meine Chancen nicht nutzen können und immer wieder sehr viel Energie verbraucht, um die Punkte zu gewinnen», erklärte Bencic. «Und je mehr ich mich dann angestrengt habe, desto schlechter wurde es.» Das Break zum 3:4 im Entscheidungssatz kassierte sie mit drei Doppelfehlern, beim ersten Matchball nach knapp drei Stunden folgte ein weiterer. «Es ist ein mega, mega frustrierender Moment», fiel ihre Bilanz deutlich aus.