Schweizer Stars von Emotionen überwältigt
Dario Cologna lässt so schnell nichts aus der Ruhe bringen. In der Regel schlafe er gut, auch vor wichtigen Rennen, sagte der vierfache Olympiasieger und vierfache Weltcup-Gesamtsieger am Sonntag im Bünda-Stadion nach seinem Murks über 15 Kilometer. In der vorangegangenen Nacht war das anders. «Da bin ich mehrmals aufgewacht, und dann drehten sich meine Gedanken ums bevorstehende Rennen», erzählte Cologna, der sonst kaum etwas aus seinem Seelenleben verrät. «Ja, dieser letzte Wettkampf in Davos hat mich viel mehr beschäftigt als ich dies im Vorfeld erwartet hatte», stellte er fest. Als 18-Jähriger hatte Cologna 2004 sein Debüt bei Davos Nordic im Rahmen des Alpen Cups gegeben. Seit 2007 trat er auf der Flüela-Loipe regelmässig im Weltcup an. Fünf Mal lief er als Zweiter oder Dritter auf das Podest, drei Mal über 15 Kilometer und zwei Mal im Sprint. Bei seinem letzten Auftritt konnte er nicht daran anknüpfen. «Ich lieferte ein schlechtes Rennen», stellte er nach seinem 24. Platz fest. Sein Ziel, an den Olympischen Spielen noch einmal aufzutrumpfen, wollte er dennoch nicht reduzieren. «Über Weihnachten bin ich schon oft erst so richtig in Form gekommen», hielt er fest. Seine Zuversicht nährte auch sein Atomic-Teamgefährte Simon Hegstad Krüger. Der Norweger siegte über 15 Kilometer vor seinem Landsmann Johannes Hösflot Klaebo, der tags zuvor den Sprintwettkampf dominiert hatte.
Van der Graaff auf der falschen Spur
Auch die Sprintspezialistin Laurien van der Graaff ging letztmals an ihrem Heim-Weltcup an den Start, auch sie wird Ende Saison zurücktreten, und auch sie erlebte spezielle Emotionen. Wie Cologna debütierte van der Graaf 2004 in Davos im Alpen Cup. Ab 2008 war die Lokalmatadorin jeweils bei Davos Nordic im Sprint das Schweizer Aushängeschild. 2011 und 2014 stürmte sie in den Final, wo sie die Plätze 5 beziehungsweise 6 belegte. «Der letzte Auftritt hier, wo alles begann, war schon sehr aufwühlend», hielt van der Graaff fest. «Ich wurde dauernd darauf angesprochen, auch von Konkurrentinnen.» Dennoch lieferte sie eine starke Qualifikation. Als 14. qualifizierte sich die Davoserin sicher für die K.-o.-Phase der 30 Schnellsten. Im Viertelfinal beging sie jedoch einen taktischen Fehler. In der letzten Abfahrt vor der Zielkurve wechselte van der Graaff auf die linke Spur, die sich als langsamer herausstellte. Dadurch verlor sie an Schwung, der ihr dann auf der Zielgeraden fehlte. So musste sie sich mit dem (auch nicht schlechten) 14. Schlussrang begnügen.