Samuel Giger tritt in die Fussstapfen von Karl Meli
Samuel Giger heisst der Sieger des Kilchberger Schwingets 2026. Der Thurgauer gewinnt als erst zweiter Schwinger nach Karl Meli den prestigeträchtigen Anlass oberhalb des Zürichsees zum zweiten Mal.
Etwas mehr als zwei Minuten brauchte Giger, um den Schlussgang gegen den überraschenden Marcel Bieri für sich zu entscheiden. Mit seinem unwiderstehlichen Kurzzug hob er den Innerschweizer aus den Angeln, fixierte ihn und bettete ihn platt ins Sägemehl.
«Es sind Emotionen, die heraufkommen, pure Freude, die man gar nicht beschreiben kann», sagte Giger nach seinem Triumph. Es war der Schlusspunkt eines Comebacks, das in historischem Ausmass gipfelte. Der Thurgauer ist erst der zweite Schwinger nach Karl Meli (1967, 1973), der den prestigeträchtigen Anlass zweimal in Folge gewinnen konnte. Für Giger ist es der dritte Sieg an einem Fest mit eidgenössischem Charakter. 2023 triumphierte er auch am Unspunnen-Fest.
Vom Fragezeichen zum Ausrufezeichen
«Der Sieg hier kommt jenem am Unspunnen sehr nahe», beschrieb Giger den Stellenwert des zweiten Titels in Kilchberg. «Es ist anders, weil ich lange kein Schwingfest bestreiten konnte.»
Der Triumph des Nordostschweizers kommt nicht überraschend. Und doch standen hinter dem 28-Jährigen vor dem Saisonhöhepunkt Fragezeichen. Schliesslich hatte er seit dem Luzerner Kantonalen Mitte Mai aufgrund einer Schulterverletzung keine Ernstkämpfe mehr bestritten.
«Klar habe ich darauf hingearbeitet, dass es genau so aufgeht. Im Sport hat man aber nie eine Garantie. Heute war ein optimaler Tag.» Die Routine, die er mittlerweile habe, gebe ihm Ruhe und Sicherheit. Und doch sei ein Kribbeln dagewesen in dieser Woche: «Ich habe mich richtig gefreut, endlich wieder schwingen zu dürfen.»