Russland droht massives Sanktionspaket der EU
Russland muss nach dem Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem deutschen Flughafen Leipzig/Halle mit einem umfassenden neuen Sanktionspaket der Europäischen Union rechnen – und verschärft den Ton gegenüber Berlin.
Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas sagte bei Beratungen der Aussenminister in Irland, es liefen bereits Vorbereitungen, um 1.600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex Russlands mit Strafmassnahmen zu belegen. Möglicherweise würden weitere hinzukommen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte am Rande eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, wäre der Angriff von Leipzig erfolgreich gewesen, hätte er enorme Schäden verursacht und möglicherweise sogar Menschenleben gekostet. Dies werde man nicht tolerieren.
Falls die Absicht darin bestanden habe, die EU dazu zu bringen, die Unterstützung für die Ukraine zu überdenken, könne sie nur sagen, Einschüchterung werde nicht funktionieren, sagte von der Leyen.
Ein mit Sprengstoff präparierter Flugkörper war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens entdeckt worden. Nach Erkenntnissen deutscher Ermittler richtete sich der Anschlagsversuch gegen eine ukrainische Frachtmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Die deutsche Regierung rechnete ihn am Dienstag nach wochenlangen intensiven Ermittlungen eindeutig Russland zu und kündigte Strafmassnahmen an.
Vorwürfe aus Moskau
Zwischen Berlin und Moskau zeichnet sich seitdem eine deutliche Verschärfung der Spannungen ab. Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den von Berlin angekündigten Massnahmenkatalog gegen sein Land als «schweren Fehler» und sprach von Beweisfälschung. Das Aussenministerium in Moskau kündigte Gegenmassnahmen an.