Russische Angriffe auf Kiew – berühmtes Höhlenkloster brennt
Bei einer neuen Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten. «Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters», schrieb der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Landesweit gab es ukrainischen Behördenangaben zufolge mindestens elf Tote und Dutzende Verletzte. Allein in Kiew sprachen die Behörden von 5 Toten und 35 Verletzten.
Russland habe die Hauptstadt Kiew mit mehr als 60 Raketen und Marschflugkörpern angegriffen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Insgesamt seien gegen die Ukraine in der Nacht 611 Drohnen sowie 70 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt worden.
Selenskyj klettert auf Kirchendach – und droht mit Antwort Kiews
Selenskyj kletterte selbst auf das Dach der massiv beschädigten Mariä-Entschlafens-Kathedrale, um sich mit Geistlichen und Regierungsvertretern ein Bild von den Schäden zu machen, wie auf einem von ihm veröffentlichten Video zu sehen war. Russland habe den Stadtteil mit dem Kloster absichtlich mit zwei Drohnen angegriffen. Er äusserte sich aber bei Telegram nicht dazu, ob – wie von Russland behauptet – eine Rakete der ukrainischen Flugabwehr in das Heiligtum krachte. Selenskyj drohte Moskau mit einer «gerechten Antwort» Kiews. Nach Regierungsangaben wird die Kirche wieder instand gesetzt.
Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte am Nachmittag mit, es seien auf dem Klostergelände Reste einer russischen Kamikaze-Drohne vom Typ Geran, einem Nachbau der iranischen Shahed-Drohne, gefunden worden. Der Geheimdienst veröffentlichte auch Fotos dazu.
Selenskyj rief die Gruppe der sieben grossen Industrienationen (G7) zu einer entschlossenen Antwort auf die russischen Angriffe auf. Es brauche mehr Druck auf den Aggressor, mehr Unterstützung für die Luftverteidigung der Ukraine – vor allem zum Schutz vor Angriffen mit ballistischen Raketen, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er wird am Abend beim G7-Gipfel im französischen Évian erwartet.