Ronaldo und Messi prägen Generation «Forever Young»
Die WM 2026 wird zur grossen Bühne für Serien-Weltfussballer und Superstars, die das Altern auszutricksen scheinen. Es geht um Titel, Rekorde und die Frage, wie alt Weltklasse sein kann.
Für WM-Rekorde werden Cristiano Ronaldo und Lionel Messi gefeiert. Zugleich stehen die reifen Superstars wie Ronaldo, Messi, Manuel Neuer und Luka Modric sinnbildlich für einen auffälligen Alterstrend im Spitzenfussball. Während Profis früher Anfang 30 zu Auslaufmodellen wurden, prägt heute eine grosse Schar von deutlich älteren Nationalspielern das Turnier-Geschehen. Salopp gesagt gilt gemessen daran eine neue Fussball-Weisheit: 40 ist das neue 30.
Der Portugiese Ronaldo ist 41 Jahre alt, der Argentinier Messi feiert während des Turniers den 39. Geburtstag. Wie Mexikos Goalie Guillermo Ochoa (40) bestreiten die beiden Serien-Weltfussballer ihre sechste WM. Als die Hauptprotagonisten der «Generation Forever» Young im Jahr 2006 erstmals im WM-Scheinwerferlicht auftrumpften, war Spaniens Star Lamine Yamal noch nicht einmal geboren.
20 Jahre später sind Messi und Ronaldo wie Deutschlands Goalie Manuel Neuer (40), Kroatiens ewiger Dirigent Modric (40) oder Bosniens Ikone Edin Dzeko (40) immer noch prägend.
Alter bleibt Faktor
«Vor 20 Jahren galt ein Feldspieler mit Mitte 30 fast automatisch als ‹alt›. Heute sehen wir mit Messi, Ronaldo oder Neuer Athleten, die biologisch deutlich jünger wirken als ihr Passalter», sagt der deutsche Sportarzt Hans-Georg Predel. Eine «grosse Generation von Weltstars» habe die Karriere «weit über das hinaus verlängert, was früher im Spitzenfussball möglich war».
Ob es wirklich den grossen Wandel im Karriereverlauf gibt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Das Alter bleibt ein Risikofaktor für Verletzungen. Gelenke, Sehnen und Bänder stossen nach Jahren der Belastung an ihre Grenzen.
Der Profifussball wird allerdings heute ganz anders gestaltet als einst. Ernährung, Belastungssteuerung, Prävention, Schlaf, datenbasiertes Arbeiten und, und, und – die Fortschritte sind enorm. «Früher trainierten Mannschaften kollektiv. Heute wird jeder Spieler fast wie ein Formel-1-Projekt individuell gemanagt», sagt Predel. Zudem liegen die verlängerten Karrierezeiten auch im System begründet, etwa durch die strukturelle Professionalisierung in den Nachwuchsleistungszentren, in denen angehende Profis bereits mit 12, 13 Jahren lernen, sich richtig zu ernähren und zu regenerieren.