Roger Federer muss wegen Seeweg bangen
Einwandfrei verlief das Auftaktspiel Roger Federers an den Australian Open – er gewann gestern klar in drei Sätzen. Nicht ganz ohne Einwände schreitet sein Bauvorhaben in der Kempratener Bucht voran.
Der Verein Rives Publiques erhebt Einsprache gegen die geplante Altlastensanierung (Ausgabe vom 7. Januar). Die per E-Mail versandte Einsprache geht nicht nur an den Stadtrat von Rapperswil-Jona, sondern auch an die Kantonsregierung, das Bundesamt für Umwelt und diverse Naturschutzorganisationen.
Trampelpfad von Gesetzes wegen
Victor von Wartburg, Präsident der Einsprecherpartei, sagt auf Anfrage: «Wir wollen am Ufer des Zürichsees entlang einen zwei Meter breiten Trampelpfad.» Denn per se sei es gesetzeswidrig, dass es keinen durchgehenden öffentlichen Seeweg gebe.
Von Wartburg beruft sich auf ein Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 2001: Aus diesem geht hervor, dass öffentliche Gewässer und ihr Bett – also die direkte Uferzone – eine unzertrennliche Einheit bilden. Also sei die Uferzone genauso öffentlich wie der See. Rund drei unterschiedliche Geometer hätten ihm diese Gesetzeslage bestätigt.
Rives Publiques hat diese Forderung bereits im Sommer gestellt (Ausgabe vom 14. August). Zürichsee Landschaftsschutz wies sie damals ab. Auch heute gibt auch Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, dem Begehren wenig Kredit (siehe «Fünf Fragen an»).
Gemäss von Wartburg gehe es bei der Einsprache nicht nur um Federer, sondern den ganzen Kanton St. Gallen. «Die St. Galler Behörden sind beispielhaft schlecht, wenn es um Sachen wie Grundbucheinträge geht.»
«Fragwürdige Dekontaminierung»
Handelt es sich bei der Einsprache bloss um einen Vorwand, um politische Forderungen durchzuboxen? Fakt ist: Bei seinem bis gestern öffentlich einsehbaren Baugesuch will Federer sein Grundstück von Ziegel- und Mauerabfällen der ehemaligen Ziegelei befreien. In der Einsprache bezeichnet Rives Publiques diese Dekontaminierung als fragwürdig. Tatsächlich wird im Baugesuch das Risiko, das von diesem Bauschutt für die Umwelt ausgeht, als gering bis inexistent beurteilt. Dahingegen werden Glas- und Metallstücke im Wasser als problematisch für Mensch und Tier bewertet.