Risse an A380-Flügeln: Sechzehn Jets müssen überprüft werden
Wegen verdächtiger Risse in wichtigen Flügelbauteilen müssen einige Passagierjets vom Typ Airbus A380 am Boden bleiben. Betroffen sind 15 Grossraum-Flugzeuge der Gesellschaft Emirates und ein Jet der australischen Qantas.
In einer Anweisung vom Montag hat die Europäische Luftfahrtbehörde EASA kurzfristige Untersuchungen angeordnet. Es bestehe die Gefahr, dass die «strukturelle Integrität» der Flügel reduziert sein könne, heisst es in der Anordnung.
Fünf Jets müssen sofort zum Test
Fünf der doppelstöckigen Flugzeuge mit einer Spannweite von knapp 80 Metern müssen nun vor ihrem nächsten Passagierflug zum Check, die übrigen spätestens nach 25 Flugzyklen. Überführungsflüge zu entsprechenden Wartungseinrichtungen sind ohne Passagiere erlaubt. Die «Lufttüchtigkeitsanweisung» der Behörde wurde am Mittwoch wirksam.
Die Risse an den Mittelspanten der Flügel waren laut einem Airbus-Sprecher bei Inspektionen entdeckt worden, die EASA erst im vergangenen Jahr angeordnet hatte. Alle Flugzeuge mit einer ähnlichen Produktionsgeschichte seien erfasst worden. Airbus unterstütze die jetzt angeordneten Untersuchungen und werde gemeinsam mit EASA prüfen, ob Reparaturen notwendig seien.
Lufthansa-Jets ohne Befunde
Lufthansa teilte mit, dass bei ihren A380 keine Risse gefunden worden seien. Die Airline betreibt acht der Riesenflugzeuge, die sämtlich in München stationiert sind.
Laut dem Branchenportal «Aerospace Global News» werden 15 der 16 Jets von der arabischen Emirates betrieben, die andere Maschine von der australischen Qantas. Diese Maschine befindet sich den Angaben zufolge gerade zur Wartung in Dresden.
Emirates mit Abstand grösster Betreiber
Airbus hat den Bau des seit 2005 gebauten Riesenfliegers mangels neuer Bestellungen im Jahr 2021 nach 251 Exemplaren eingestellt. Mit Abstand grösster Kunde ist die arabische Emirates mit 123 abgenommenen Jets, die aber nicht mehr alle fliegen.