Rechenspiele, Luxusprobleme und eine offene Rechnung
In ihrem letzten WM-Gruppenspiel trifft die Schweiz in Vancouver auf Kanada. Vor dem Duell mit dem Co-Gastgeber stellen sich vor allem fünf Fragen.
Erster oder Zweiter?
Durch den deutlichen Sieg gegen Bosnien-Herzegowina ist klar: Die Schweiz wird Platz 1 oder 2 belegen. Ein Rückfall auf Rang 3 wäre nur noch theoretisch möglich, wenn die Schweiz deutlich verliert und Katar gleichzeitig sehr hoch gewinnt. Doch welcher der beiden Plätze ist für den weiteren Turnierverlauf eigentlich der bessere?
Diese Frage erhielt in den letzten Tagen zusätzlichen Auftrieb durch eine Aussage von Giorgio Contini. Im Podcast «Forza» erzählte der ehemalige Co-Trainer von Murat Yakin, man sei an der letzten EM über den späten Ausgleich im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland gar nicht so unglücklich gewesen. Dadurch landete die Schweiz in der vermeintlich etwas leichteren Hälfte des Turnierbaums.
Und diesmal? Sämtliche Schweizer Spieler, die sich in den vergangenen Tagen an den Pressekonferenzen äusserten, betonten, dass nur der Sieg zähle und man klar Platz 1 anstrebe. Zum einen geht es nach dem Fehlstart gegen Katar darum, gar nicht erst wieder eine angespannte Stimmung aufkommen zu lassen. Zum anderen ist vor der letzten Runde insgesamt noch zu viel offen, um die nächsten Gegner zuverlässig prognostizieren zu können.
Prime-Time oder Weckruf für die Fans?
Holt die Schweiz den Gruppensieg, muss sie noch eine Weile warten, bis ihr Gegner für den Sechzehntelfinal feststeht. Es wäre der Drittplatzierte einer der Gruppen E, F, G, I oder J. Bei Platz 2 steht der Gegner rund sechs Stunden nach dem Schweizer Spiel fest: der Zweitplatzierte der Gruppe A, also Südkorea, Tschechien oder Südafrika.
Der grosse Unterschied liegt jedoch im Datum der beiden möglichen Sechzehntelfinals. Als Gruppensieger hätte die Schweiz eine siebentägige Pause, als Gruppenzweiter wären es nur drei Tage.