Prozess in Deutschland wegen Nord-Stream-Anschlägen ab Oktober
Ein Gerichtsprozess um die Anschläge auf die Nord-Stream-Gasleitungen soll am 14. Oktober in Hamburg beginnen.
Das Hanseatische Oberlandesgericht habe die Anklage gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Serhij K. zur Hauptverhandlung zugelassen, teilte eine Gerichtssprecherin in der norddeutschen Stadt mit. Es seien 16 Prozesstermine bis zum 17. Dezember bestimmt worden. Weitere Termine sollen im Januar und Februar 2027 folgen.
«Der Staatsschutzsenat ist nach vorläufiger Tatbewertung zu dem Schluss gekommen, dass der Angeklagte des Kriegsverbrechens des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung durch Angriff gegen zivile Objekte, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der Zerstörung von Bauwerken sowie der Störung öffentlicher Betriebe nach den Ergebnissen des vorbereitenden Verfahrens als Mittäter hinreichend verdächtig erscheint», teilte die Sprecherin weiter mit.
Explosionen nahe Bornholm im September 2022
Mehrere Sprengungen in der Nähe der dänischen Ostseeinsel Bornholm hatten die beiden Nord-Stream-Pipelines im September 2022 so sehr beschädigt, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte. Durch Nord Stream 1 floss vorher russisches Erdgas nach Deutschland, Nord Stream 2 wurde nicht in Betrieb genommen.
Allerdings war in den Monaten zuvor – nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine – die Durchleitung von Gas durch Nord Stream 1 von russischer Seite bereits mehrfach stark gedrosselt oder ganz gestoppt worden.
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