Polizei löst Anti-G7-Demo in Genf nach Ausschreitungen auf
Die Demonstration in Genf gegen den bevorstehenden G7-Gipfel im französischen Évian ist am Sonntagabend von Ausschreitungen überschattet worden. Während sich Zehntausende Menschen friedlich an der Kundgebung beteiligten, verübten vermummte Täter Sachbeschädigungen.
Sie lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei und setzten ein Auto in Brand. Gegen 19.00 Uhr löste die Polizei die Kundgebung nach mehreren Stunden zunehmender Spannungen auf.
Im Parc Mon Repos hielten sich zu diesem Zeitpunkt noch Hunderte friedliche Demonstrierende auf, während die Einsatzkräfte an verschiedenen Orten gegen gewalttätige Gruppen vorgingen. Tränengas kam weiterhin zum Einsatz.
«Wir sind an mehreren Fronten im Einsatz», sagte Laurent Paoliello, Sprecher des Genfer Departements für Institutionen und Digitalisierung, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er sprach von rund 600 Angehörigen des Schwarzen Blocks. Diese errichteten teilweise Barrikaden und seien auf verschiedene Orte verteilt. Verletzte seien zunächst keine gemeldet worden.
Die Lage hatte sich etwas mehr als eine Stunde nach Beginn der Kundgebung zunächst im Bereich der Rue des Alpes und des Bahnhofs zugespitzt. Dort wurde ein Fahrzeug der Marke Tesla in Brand gesetzt. Zudem wurden Schaufenster einer Bank beschädigt.
Pflastersteine, Feuerwerkskörper, Tränengas
Im Nations-Quartier kam es anschliessend zu weiteren Zusammenstössen. Demonstrierende bewarfen die Polizei mit Pflastersteinen und Feuerwerkskörpern. Die Einsatzkräfte reagierten mit Tränengas.
Ziel von Sachbeschädigungen wurden mehrere Banken sowie weitere Gebäude, darunter jenes der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) und des Beratungsunternehmens PwC. Auf der Avenue de France wurden zudem Gegenstände des öffentlichen Mobiliars sowie Feuerwerkskörper auf die Bahngleise geworfen. Die Polizei hatte im Vorfeld nach eigenen Angaben gefährliche Gegenstände wie Äxte und Schlagstöcke sichergestellt.