Polen alarmiert nach Angriff auf Zug von Kiew nach Warschau
Nach russischen Angriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau sowie auf die Grenzregion der Ukraine zu Polen hat die polnische Regierung Moskau eine Verschärfung des Konflikts vorgeworfen.
«Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden, und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran», sagte Polens Regierungschef Donald Tusk bei einer Sitzung des Krisenstabs. Auch westliche Politiker sind bei ihren Reisen nach Kiew auf die Bahnverbindung von Polen in die Ukraine angewiesen – der Luftraum über dem Land ist gesperrt.
Am Sonntag war nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive des Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Die Passagiere wurden rechtzeitig evakuiert, niemand sei zu Schaden gekommen, hiess es. Die polnische Eisenbahn PKP teilte am Abend mit, der Zug sei mit sechs Stunden Verspätung in Warschau eingetroffen.
Zwei polnische Grenzübergänge zeitweise evakuiert
Wegen der Gefahr von Luftschlägen stellten zwei Grenzübergänge auf der polnischen Seite zeitweise den Betrieb ein. Wie der Chef des Grenzschutzes bei der Sitzung des Krisenstabs in Warschau sagte, gab es in den frühen Morgenstunden rund zwei Kilometer vom Grenzübergang Dorohusk entfernt einen Drohnenangriff auf eine Tankstelle. Rund 280 Reisende seien von dem Gelände des Grenzübergangs evakuiert worden, Grenzschützer und Zollbeamte hätten sich in einen Schutzraum begeben.
Später habe sich eine weitere Drohne dem Grenzübergang Hrebenne genähert. Auch hier seien mehr als 300 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Es sei aber am Ende nicht zu einem Angriff in der Nähe gekommen. Am Nachmittag hatte sich die Situation an der Grenze demnach wieder normalisiert.