Patrick Müller: «Die Konstanz macht diese WM aus»
Marlen Reusser sorgt in Montreal mit ihrem zweiten WM-Titel im Zeitfahren für den frühen Schweizer Höhepunkt. Trotz mehrerer verpasster Medaillenchancen zieht Swiss Cycling eine positive WM-Bilanz.
Mit der erfolgreichen Titelverteidigung im Einzelzeitfahren lancierte Marlen Reusser die 99. Strassenrad-Weltmeisterschaften aus Schweizer Sicht perfekt. Der ganz grosse Medaillenregen blieb danach zwar aus. Dennoch durfte sich die Schweiz am Ende über drei Medaillen freuen: Gold durch Reusser sowie Bronze im Mixed-Teamzeitfahren und durch Anja Grossmann im Strassenrennen der Juniorinnen.
Konstanz als grösstes Plus
Bei Swiss Cycling fällt die Bilanz entsprechend positiv aus. Patrick Müller, der Chef Leistungssport, hebt dabei weniger einzelne Resultate als die Breite der Leistungen hervor. «Was die Weltmeisterschaften dieses Jahr für Swiss Cycling ausmachen, ist die Konstanz, mit welcher die Athletinnen und Athleten über alle Kategorien hinweg ihre Leistung abrufen konnten. Diese Konstanz können wir besser beeinflussen als einzelne Grosserfolge.»
Herausragende Schweizer Figur war Reusser. Neben ihrem zweiten WM-Titel in Folge im Einzelzeitfahren führte die 35-jährige Bernerin die Mixed-Staffel zu Bronze und verpasste im Strassenrennen als Vierte das Podest lediglich um vier Sekunden. «Die Leistung von Marlen war überragend während der ganzen Woche. Sie fährt in allen drei Rennen um den WM-Titel», sagt Müller.
Auch im abschliessenden Strassenrennen der Männer mischte die Schweiz lange im Kampf um die Medaillen mit. Mauro Schmid griff in der Schlussphase aus der Verfolgergruppe an und durfte kurz von Silber träumen.