Papst predigt vor 800.000 Menschen in Paris
Als Höhepunkt seines Frankreich-Besuchs hat Papst Leo XIV. im Stadtzentrum von Paris eine grosse Messe mit 800.000 Teilnehmern gefeiert. Die Zahl nannte der Vatikan unter Berufung auf französische Behörden. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde auf seiner Fahrt mit dem Papamobil über die Prachtstrasse Champs-Élysées von einer riesigen Menschenmenge bejubelt. Die Messe fand dann auf der Place de la Concorde statt, einem der grössten Plätze von Paris. Pünktlich beim Eintreffen des Papstes auf dem Platz brach die Sonne durch.
Unter den Teilnehmern war auch viel französische Politprominenz wie Premierminister Sébastien Lecornu und die rechte Politikerin Marine Le Pen, die nächstes Jahr Präsidentin werden will. Staatschef Emmanuel Macron, der nicht mehr kandidieren darf, blieb der Messe fern. Begründet wurde dies mit der strikten Trennung in Frankreich von Kirche und Staat. Dafür war seine Frau Brigitte dabei, ebenso der französische Milliardär und Chef des Luxuskonzerns LVMH, Bernard Arnault.
Aufruf zu Gottvertrauen
In seiner Predigt rief Leo XIV. die Menschen zu Gottvertrauen und zur Weitergabe des Glaubens auf. «Was suchen wir wirklich im Leben? Wir alle sehnen uns nach Glück, nach Liebe, nach Selbstverwirklichung. Aber an welcher Quelle versuchen wir, unseren Durst zu stillen», sagte der Papst. «Begnügen wir uns mit materiellen Gütern, mit sofortiger Befriedigung, mit den vielen kleinen Götzen, die uns das Blaue vom Himmel versprechen, unser Herz aber leer zurücklassen?» Der Mensch sei im Grunde «ein sich sehnendes Wesen», und nur Gott könne diese innere Leere füllen.
Der in den USA geborene Papst hält sich seit Freitag zu einem Besuch in Frankreich auf. Am späten Nachmittag ging es für das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken weltweit weiter in den Marien-Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten des Landes. Letzte Station wird am Montag Metz sein, unweit der deutsch-französischen Grenze.