Ostschweizer Seepegel sind auf Rekordtief gesunken
Pegel von Seen in der Ostschweiz sind auf ein Rekordtief gesunken. Sowohl in Berlingen TG am Untersee als auch in Schmerikon SG am Zürichsee haben die Messstationen noch nie tiefere Wasserstände gemessen. Einen Minusrekord verzeichnet auch der Walensee.
Besonders deutlich zeigt sich die seit Monaten anhaltende Trockenheit am Untersee, dem westlichen Teil des Bodensees. Bereits den ganzen Sommer liegen dort vielerorts die Boote auf Grund. So fehlt es etwa im Hafen von Mannenbach-Salenstein TG seit Juni augenscheinlich an Wasser.
Am Mittwoch unterschritt der Pegelstand des Untersees den bisher tiefsten jemals gemessenen Pegelstand vom 14. Januar 1949 um vier Zentimeter. An dieser Stelle wird der Wasserstand seit dem Jahr 1885 gemessen, wie eine Sprecherin des Kantons Thurgau auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte.
Die Gewässer im Thurgau würden grundsätzlich historische Tiefstände aufweisen, teilweise seien sie ganz ausgetrocknet. Die Lage werde sich gemäss den Prognosen in den kommenden Wochen weiter verschärfen.
Extreme Trockenheit in der Ostschweiz
Der Pegel des Walensees bewegt sich aktuell auf 418,18 Metern über Meer. Im Monat September zeigte die Messstation dort noch nie einen tieferen Wert an. Ein Allzeitrekord ist dieser Wasserstand jedoch nicht. Am 14. Februar 1949 lag der Pegel des Walensees gemäss Hydrodaten des Bundes noch 26 Zentimeter tiefer.
Aufgrund des langanhaltend tiefen Wasserstands fliesst nur wenig Wasser aus dem Walensee in die Linth, den wichtigsten Zufluss des Zürichsees. Wie in Berlingen zeigt sich derzeit auch dort ein Rekord. An der Messstation in Schmerikon SG wurde noch nie ein tieferer Wasserstand des Zürichsees registriert.