Norwegen trauert um König Harald – und begrüsst König Haakon
Die Stimmung auf dem Schlossplatz im Herzen Oslos schwankte an diesem Schicksalstag für Norwegen zwischen tiefer Trauer und gespannter Erwartung. Tausende Menschen legten in Gedenken an den am frühen Morgen gestorbenen König Harald V. Blumen ab, hielten einen Augenblick inne. «Wir werden dich vermissen», steht auf einem Brief von Erstklässlern. Und dann fuhr der neue König vor: Haralds Sohn tritt als Haakon VIII. das grosse Erbe seines Vaters an.
Am Mittag wählte der 53-Jährige den Leitspruch «Alt for Norge», also «Alles für Norwegen» – wie schon sein Vater und Grossvater. Seine Ehefrau Mette-Marit (53) ist die neue Königin. Die gemeinsame Tochter Ingrid Alexandra (22) führt den Titel der Kronprinzessin als erste Thronfolgerin. Gemeinsam mit ihr begrüsste Haakon am Mittag die Mitglieder der norwegischen Regierung, die sich im Anschluss in ein Kondolenzbuch eintrugen und auch Blumen niederlegten. Der Übergang zwischen der vergangenen Königsära und der neuen erfolgte fliessend.
«Mit grösstem Mitgefühl möchte ich Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, mein aufrichtiges Beileid aussprechen», schrieb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Kondolenzschreiben an den neuen König. Deutschland verliere mit Harald «einen grossen Freund. Europa verliert einen grossen Versöhner». Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte Harald als «grosse Persönlichkeit, die für Besonnenheit und Einheit stand».
Harald V. schlief friedlich ein
Die Nachricht über den Tod des Königs traf die Norweger um halb neun am Morgen. Um 6.35 Uhr war der 89-Jährige im Reichskrankenhaus friedlich und für immer eingeschlafen, wie das Königshaus mitteilte. Eine Passantin erzählte der Deutschen Presse-Agentur, sie habe davon im Bus im Radio erfahren. Sie sprach von einem «Schock» und davon, sofort geweint zu haben. Darauf sei niemand vorbereitet, sagte sie.