Neue Verstimmungen zwischen USA und Iran vor Gesprächen
Die anhaltenden Kämpfe im Libanon sorgen für neue Verstimmungen zwischen den USA und dem Iran.
Teheran sperrte nach eigenen Angaben die Strasse von Hormus erneut für die Durchfahrt aller Schiffe und begründete den Schritt am Nachmittag mit der Nichteinhaltung der Waffenruhe im Südlibanon, die im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden war. Das US-Militär widersprach der Darstellung und bekräftigte, der Schiffsverkehr in der Meerenge laufe weiter. Ungeachtet dessen kündigte der Vermittler Pakistan ein Treffen der Kriegsparteien für Sonntag in der Schweiz an.
US-Vizepräsident JD Vance brach am Samstag in Richtung Schweiz auf, nachdem Stunden zuvor noch Unklarheit über den Zeitplan geherrscht hatte. «Ich denke, wir werden hoffentlich Fortschritte in der Atomfrage erzielen und auch in der Frage der Waffenruhe im Libanon vorankommen», sagte er vor dem Abflug.
Iran prangert Bruch der Waffenruhe im Libanon an
Das zentrale Militärkommando des Irans begründete die Blockade der Strasse von Hormus neben dem Bruch der Waffenruhe im Libanon auch mit der israelischen Militärpräsenz im Südlibanon. Die israelische Militärpräsenz wird in dem am vergangenen Wochenende beschlossenen Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran nicht explizit erwähnt. Allerdings ist in dem Text von der Gewährleistung der territorialen Integrität und der Souveränität des Libanons die Rede.
Das iranische Militärkommando drohte mit weiteren Massnahmen, sollte Israels Armee die Kämpfe im Libanon fortsetzen. «Sollte die Aggression im Libanon andauern, sind weitere Massnahmen geplant, um den Feind zur Erfüllung seiner Verpflichtungen zu zwingen», hiess es.
US-Militär: Setzen Freiheit in der Schifffahrt durch
Das US-Militär zeigte sich davon unbeeindruckt und erklärte wenig später, der Schiffsverkehr habe am Samstag zugenommen, «während die US-Streitkräfte in diesem Gebiet weiterhin zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt im Einsatz waren.» 55 Schiffe mit unter anderem 17 Millionen Barrel Öl hätten die Meerenge passiert. Wie die «New York Times» berichtete, war das die grösste Anzahl an Schiffen seit der Schliessung kurz nach Kriegsbeginn.