Nadine Fähndrich oder doch Cologna stärkster Schweizer Trumpf?
Die Frau aus Eigenthal am Fuss des Pilatus steigt als Weltcupsiegerin in das Etappenrennen. Vor Weihnachten stand sie in Dresden beim Sprint in der Skating-Technik erstmals zuoberst auf dem Podest – einen Tag später doppelte sie im Team-Sprint mit Laurien van der Graaff nach. Nadine Fähndrich zählt somit am 1. Januar zu den Anwärterinnen auf den Sieg, denn das Filetstück des Langlauf-Weltcups wird mit einem Skating-Sprint eröffnet.
Im Gegensatz zu Dresden oder zuvor in Davos (4. Rang) ist die Konkurrenz grösser. Die Norwegerinnen fehlen zwar erneut, hingegen stehen die Schwedinnen und Finninnen am Start. Doch die Luzernerin muss sich nicht verstecken. In Dresden hatte sie an beiden Tagen auf der Zielgerade gross aufgetrumpft. Beim Sprint hielt sie die Amerikanerin Sophie Caldwell in Schach, im Team-Sprint zog sie nach einer Aufholjagd an der Russin Natalia Neprjajewa vorbei.
Die Luzernerin will in der Tour de Ski mit den zwei Sprints nicht bloss ihre Rosinen herauspicken. Die 25-Jährige entwickelt sich nach und nach zur Allrounderin. Sofern sie insbesondere in den Massenstartrennen im Pulk der Besten halten kann, liegt auch mit Blick auf das Gesamtklassement einiges drin. Mit einer guten Ausgangsposition werden im Finale mehr Kräfte frei. Dieses Extra kann Fähndrich gebrauchen, denn der Anstieg zur Alpe Cermis ist weniger auf die Fähigkeiten der aktuellen Nummer 1 im Schweizer Langlauf-Team zugeschnitten.
Die dritte Schweizer Weltcupsiegerin nach Evi Kratzer und Laurien van der Graaff hat in der Tour de Ski nichts zu verlieren. Es droht keine Gefahr, mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Oberstdorf die Explosivität als Sprinterin zu verlieren. Die sechs Wochen Pause geben genügend Zeit für die Erholung und für einen erneuten Formaufbau.