Nach Störung bei der Bahn – Probleme teils bis zum Morgen
Gestrandete Reisende und sehr lange Warteschlangen an den Bahnhofsinformationen: Eine deutschlandweite Störung hat bei der Deutschen Bahn (DB) am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden Stillstand gesorgt.
Es waren etliche Reisende betroffen. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder. Danach lief der Verkehr am frühen Morgen Schritt für Schritt weiter an, wie ein DB-Sprecher mitteilte. Der Grund für den Stopp des Zugverkehrs war demnach eine Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R.
Teils sollten die Probleme bis zum Berufsverkehr am Morgen anhalten. So teilte etwa die DB Regio Mitte auf der Plattform X mit, bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert habe, müsse heute mindestens bis 06.00 Uhr mit hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen gerechnet werden. Auf der Regionalseite der DB für Nordrhein-Westfalen hiess es nach dem Ende der Störung: «Bis sich der Bahnverkehr wieder normalisiert hat, wird es jedoch noch einige Zeit dauern.» Man solle mit hohen Verspätungen und Ausfällen rechnen.
Kaum Auskünfte für Reisende
Viele Reisende sassen durch den Ausfall fest. Zwar wurden laut einem Bahnsprecher Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben – in Frankfurt am Main berichteten Menschen aber zum Beispiel, es gebe in der ganzen Stadt gar kein Hotelzimmer mehr. Und: Ein ICE nach Mannheim und Stuttgart fuhr dort nahezu ohne Passagiere los. Niemand hatte den vielen Wartenden vor der Abfahrt Bescheid gegeben. Unter anderem am Berliner Hauptbahnhof beklagten Fahrgäste, dass es keine Auskünfte gab. Aber die Bahn-Mitarbeiter seien freundlich und ansprechbar gewesen, hiess es.
Die Ursache der Störung des Bahnfunks GSM-R hatte die DB noch in der Nacht identifiziert – ohne allerdings zu erklären, worin sie bestand. IT-Experten der DB hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, mit Erfolg. «Die Störung konnte so innerhalb kurzer Zeit behoben werden», hiess es weiter. Man danke allen Fahrgästen für die Geduld. Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte der «Bild»-Zeitung, die Lage sei mit einem Notfallsystem stabilisiert worden.