«Mutter, Aktivist, Schauspielerin» – Susan Sarandon wird 80
Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon steht kurz vor ihrem 80. Geburtstag in New York im Rampenlicht. Die Kameras sind auf die Schauspielerin gerichtet, als sie zusammen mit Dutzenden Demonstranten von der Polizei in Gewahrsam genommen wird. Das waren nicht etwa Dreharbeiten für ein neues Filmprojekt. Sarandon ging am 24. September bei einer Protestaktion auf die Strasse, um während der Teilnahme von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an der UN-Generaldebatte in New York gegen sein Vorgehen im Gaza-Krieg zu demonstrieren.
Auf Fotos und Videos ist die Schauspielerin von Polizisten umgeben zu sehen – auf ihrem T-Shirt steht «Fund People, Not Bombs» (auf Deutsch etwa: Geld für Menschen, nicht für Bomben). Bei der Demo waren auch Kolleginnen wie Cynthia Nixon und Hannah Einbinder dabei.
Sarandon, die am Sonntag (4. Oktober) 80 Jahre alt wird, ist als ultraliberale Aktivistin bekannt. Auf Instagram stellt sie sich ihren mehr als zwei Millionen Followern in dieser Reihenfolge vor: «Mutter, Aktivist, Schauspielerin». Der Star aus Filmen wie «Rocky Horror Picture Show», «Thelma & Louise» oder «Dead Man Walking» bezieht lautstark Stellung, etwa für Palästina im Gaza‐Konflikt, und handelt sich damit auch berufliche Nachteile ein, wie Sarandon kürzlich beim Filmfestival in Venedig sagte.
Am Lido feierte Anfang September ihr neuer Film «The Echo Chamber» unter der Regie des Italieniers Andrea Pallaoro, nach einem Drehbuch von Bernardo Bertolucci, Premiere. Ihr Einsatz für Palästina würde sie in Hollywood Aufträge kosten, sagte Sarandon laut «Variety» bei einer Pressekonferenz. Agenturen würden Leuten dazu raten, ihr keine Rollen zu geben. Sie dankte Regisseur Pallaoro dafür, dass er «diese Warnungen» nicht beachtet habe.